Dankbarkeit. Yogi-Tee. 2014, here we come.

1 Jan

2014.

Es wird großartig. Bleibt gesund, LACHT viel, freut Euch des Lebens, denn es gibt uns wahrhaftig Grund dazu.

Ich feile seit gestern an einem sorgfältig ausformulierten Return-of-the-digitally-Dead Post, der BESTIMMT fertich geworden wäre, hätte Schnurps nicht von 24.09 Uhr bis zum Sonnenaufgang beschlossen, Sylvester zu feiern.

Mit gefühlten 12 Extraportionen MuMi („Mensch wird doch noch anstoßen, ähem, anzuzeln dürfen, oda?“), extensiver historiografischer Lektüre ALLER vorhandenen Petersson&Findus Folianten, gebratenen Chambigongs morgens um 02.00 sowie Fruchtbärchenwettgefuttere im Morgengrauen – er gegen Grüffelo & Sohn („Mehr Bärchen – Grüffelo ist hungrich!!!!“) wohlgemerkt, Meinereine saß komatös aufm Bett und hielt sich anner Wärmflasche fest.

Dennoch, es war toll. Nur dass ich meine jetzt noch verbliebenen Hirnzellfragmente dem Monetengenerieren widmen muss (Vatern hat sich gegen 11.00 erbarmt und den Schnurps meinen schlaffen Armen entnommen) und Ihr deshalb nicht in den epischen Genuss meines Blog-Wiedererweckungs-Gefasels kommt.

Macht nix, ich hab‘ trotzdem zwei Geschenke an diesem hoffnungsvollen Tag.

#1. Eines der beiden Geheimnisse meines Glücklichseins, auf eine so wundervolle Art zusammengefasst, dass ich schon im ersten Drittel losgeflennt hab. Leider bisher nur auf Englisch, aber schaut immer mal wieder auf den Link, die deutsche Übersetzung wird erfahrungsgemäß kommen.

#2. Heute morgen, alleine in der Küche schwankend, habe ich mich etwas sehr Grundlegendes gefragt, das den Kurs dieses kommenden Jahres für mich mitbestimmen wird – eine Entscheidung, um die ich ringe. Und dann hab‘ ich um ein Zeichen gebeten,  so von einem Mamiversum zum anderen. Und wie ich meinen Yogi-Chai-Tee-Beutel ausser Tasse hebe, schlenkert sich mir Folgendes ins verschwommene Sichtfeld:

Label

Die perfekte Antwort (okay, vielleicht nicht grammatikalisch). Und der vollkommene Vorsatz fürs neue Jahr unserer (naja, der hier&jetzt gängigen) Zeitrechnung: Machen wir unsere Schnurpse glücklich. Let’s go.

Es schneit.

31 Mrz

 

Es schneit. Und schneit.Und schneit.Und schneit.

Wäre Heilig Abend, ich würde mit kindlicher Freude

meinen Sohn im Arm

am Fenster stehend die Wunder der Welt bejubeln

Aber an Weihnachten waren es 22 Grad

Und heute ist der 31. März

Ich stehe allein am Fenster und friere von innen

Jede Flocke Botschafter einer verkehrten Welt

in der Gletscher tosend schmelzen und Knospen stumm erfrieren

Wird mein Sohn am Fenster stehen, alleine

weil er keine Kinder entlassen will in eine Welt

in der nichts mehr ist wie es sein sollte

nur weil wir waren, wie wir sein wollten, ein paar kurze Generationen lang?

Es schneit. Und schneit.Und schneit.Und schneit.

Ich habe Angst

 

Kleines popofreies Intermezzo

1 Feb

Ui, ui, ui, ich freu mich so über Eure Antworten – ich lasse noch ein bisschen Zeit vergehen und dann schreib‘ ich brav zurück 😉

Bis dahin gibts hier was zum Lesen: www.babysohnewindeln.de – eine spannende neue Webseite von Nicola von 123-Windelfrei.

Es gibt noch soviel zu entdecken!!!!

 

 

Shades of Vegan

29 Jan

Es ist soweit, der letzte demetrige Joghurt ist heute verputzt worden & ein Monstereinkauf von StapleFood hat stattgefunden: Ich bin wieder vegan. Und Schnurps auch, zumindest, wenn er bei mir ist. Beim Vatertier machense wasse wolln (also, auf vegetarisch natürlich). Und ich werde mir winzigliche, außerhäusige Ausnahmen gönnen, wenn alles andere bedeutet, mies gelaunt zu werden. Aber Zuhause wird jetzt tierfreundlich gelebt. Und schon bei dem Gedanken gehts mir besser.

Haben  aber auch großes FutterGlück mit dem Kleintier: Schnurps einverleibt sich absolut alles, was er vor die niedliche Nase kriegt (natürlich nicht immer und nicht immer gleichviel, aber im Prinzip) und ich stille noch (Schnurps wird jetzt 23 Monate alt und ist so ein Genussnuckler geworden, beim Einschlafen, nachts mal, wenns ihm zwischendurch nach einem Snack gelüstet und bei MieserLaune).

Nun hat sich da ja ein sonderbarliches Phänomen ereignet. Als da wäre:

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Yummie. Auch wenn die Stadt hinter Yummie mal scheiße hässlich aussieht. Da ham sich doch wieder so Marketingfuzzlies eingebildet, der Mensch 2.0 lässt sich nur abholen, wenn er noch bisschen was Urbanes obendruff kriegt. Bloss keine Natur vorne aufm Buch über Von-Pflanzen-Gesund-Leben. Und das Schlimme ist: Wahrscheinlich hamse recht. Herrje, wir haben uns schon sehr weit vom guten Leben entfernt, was?

Nichts desto trotz: Platz 19 bei Amazon!!! Immer noch!  Nur noch getoppt von „Shades of Grey“ (Hey, ich sollte einfach einen feministisch-veganen Porno schreiben- das wärs doch, oder???? Zärtlich näherte er sich ihren von prickelndem Erbeermus glänzend überzogenen Nippeln…), dem wieder auferstandenen Adolf, Dem Bürgerlichen Gesetzbuch (HÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄ????) , Jamie Oliver und ähnlichen Vorhersehbarkeiten. Und dann das.

Also, ich brüte noch über einer Analyse dieser Tatsache. Wenn sich mein Hirn drumrumgewunden hat, werd‘ ich sie Euch servieren. Solange aber freue ich mich einfach mal. Vegan has gone Mainstream. Das ich das noch erleben darf.

Und deshalb brauche ich Eure Hilfe. Das ist jetzt nicht einer von diesen KannMirJemandMeineKommentareAuffüllenBitte-Aufrufen. Ich meins ernst. Du, Du, und Du, die Ihr das hier lest, bitte beantwortet mir die folgenden drei Fragen kurz & schmerzlos:

  1.  Habt Ihr je mit dem Gedanken gespielt, schwanger und hernach zusammen mit Euren Schnurpsen vegan zu sein, es Euch aber nicht getraut?
  2. Lag das dann am Informationsvakuum, an der gefühlten Umständlichkeit, am sozialen Druck, an ärztlichem Abraten, an Zeitmangel, an Eurem Partner oder an was sonst?
  3. Glaubt Ihr, wenn es Ihr eine wirklich verlässliche Informationsquelle zur Verfügung gehabt hättet, die alle Aspekte veganen Lebens in der Schwangerschaft und mit Kind abdeckt – hätte das Eure Meinung ändern können?

Ich will damit nicht andeuten, es gäbe dererlei nicht – schließlich gibts eine feine, garnicht so kleine Bloglandschaft zum Thema von Tofufamily  über Vegankids bis Vamily und sehr ausführlich, meist erstklassig recherchierte Artikel wie der GesundeMama – Beitrag bei PETA. Es gibt ein paar tolle  englische Bücher, wie dieses mein Lieblingskompendium:

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Oder das in veganen Kreisen fast völlig unbekannte, weil gnadenlos schlecht beworbene „Skinny Bitch“-Kochbuch, ein ungehobener Schatz!

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Aber irgendwie gibts kein schönes, allumfassendes, liebevoll gemachtes, lustiges veganes Einführungsbuch für zukünftige Muttatiere ohne jede Vorbildung zum Thema, die sich nicht bereits in konsumkritischen Dunstkreisen tummeln. Oder habe ich was verpasst? Dann klärt mich bitte, bitte auf! Ansonsten: Vielleicht gibts hier eine literarische Lücke, in die wir unsere veganen V-Weiber-Erfahrung einschleusen könnten????

Ach ja, und ab morgen gibts meine täglichen veganen Kochmanöver akribisch gelistet mit den jeweiligen schnurpsschen Reaktionen darauf. Heute isst er beim Vatetierr und ich löffle Mandelmus. Aber zum Frühstück gabs Orangensojagurt auf geraspeltem Apfel mit gerösteten Zimtmandelplättchen. Fand er supa. Vormittags Cashewkerne mit Cranberries und Mandarinen als Snack. Ihr seht, regional-saisonal is was Anderes. Aber Bullerbü wurde auch nicht an einem Tag gebaut.

Ich harre Eurer Antworten – pleeeeeeeeeeeeeeeease!

Babypflegemittel Und andere Mythen.

17 Jan

Naaaa, erinnert Ihr Euch noch vage an den Anfang meiner BabydingeDieNurDieBabyindustrieBrauchtUndSonstKeineMuttersau? Heute geht’s weiter damit. Was lange wärt, wird endlich…na, zumindest Wirklichkeit.

Heute gehts um Babypflegemittel. Ihr wißt schon: Wundschutzcreme. Badezusatz. Shampoo. WindundWetterCreme. Gesichtsmilch.Körpercreme.Babypuder.Feuchttücher.

Vergesst es.

Ich habe genommen: Calendulaöl. Punkt. Nix anderes. Bis heute.

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Calendulaöl heißt etwas irreführend so, denn eigentlich ist es ein Mazerat, zumindest, wenn die Blüten für die Herstellung genutzt werden. Dazu werden sie in ein Öl eingelegt, das die Wirkstoffe der Blüten auszieht. Zur Verwendung kommen bei den im Handel erhältlichen Produkten etwa Jojobaöl, Mandelöl, Weizenkeimöl, in preiswerteren Mischungen auch Sonnenblumenöl oder Sojaöl.

Ich habe meines selber gemacht, was auch ganz einfach geht und natürlich viiiiiiiiiiiel mehr Spass macht. Dazu braucht Ihr feinstes Bio-Olivenöl, das Beste, was aufzutreiben ist – lasst Euch im Bioladen beraten. Dann viele frische Ringelblumenblüten. Wenn Ihr die Blüten vom Grün rupft, wird das Öl weniger geruchsintensiv, was manchen Babys eher zu behagen scheint. Allerdings sind im Grün auch viele der wertvollen Inhaltsstoffe…Eure Entscheidung. Die Blüten werden ganz zärtlich unter leise laufendem Wasser gesäubert und dann ein wenig getrocknet – denn sie sollten so gut wie kein Wasser ins Öl abgeben. Legt sie ein Weilchen in die Sonne oder die Nähe der Heizung, aber nicht solange, dass sie knusprig werden! Sie sollten noch ganz frisch ausschauen. Als nächstes braucht Ihr ein großes Glas mit Schraubverschluss. Hier hinein gebt Ihr die Calendulablüten bis oben zum Rand. Dann füllt Ihr das Glas mit Olivenöl auf bis alle Blüten bedeckt sind. Ihr könnt auch Sesamöl oder Jojobaöl nehmen – ich schwöre halt auf Olivenöl… Ihr verschliesst das Glas fest und stellt es für einen Monat ins Sonnenlicht, etwa auf die Fensterbank. Ganz wichtig: Jeden Tag einmal durchschütteln!!!!  Nach dem Monat seht Ihr das Öl in eine dunkle Flasche ab, die Ihr relativ kühl, aber nicht kalt stellt.

Es ist ein schöner Ritus, das Öl zum Beispiel im 7./8. Monat als Teil der inneren Vorbereitung auf das große Wunder herzustellen. Noch toller ist es natürlich, die Ringelblumen selbst anzubauen. Auch das geht ganz einfach. Besorgt Euch die wunderbaren Dreschflegel-Samen in Demeterqualität. Für den Balkon empfehle ich die Kap-Ringelblume. In Februar gibts von mir dann Tipps für eine komplette Schwangerschafts&Baby-Bepflanzung Eures Balkons oder Beetes. Es ist ein wunderbares Gefühl, mit dickem Bauch langsam vor sich hinzugärtnern und zwar lauter Heilkräuter und Blumen, die mal dem Schnurps und Euch gut tun.

Und was macht Mensch nun mit dem C-Öl? Na, ALLES:

Baden: Ein paar TropfenC-Öl plus einmal die Tüten über die Wanne gehalten und MuMi reingespritzt. Fertich.

Popflege: Das C-Öl reinigt und pflegt. Megapraktisch! Eigentlich brauchts ja zur Reinigung eh nur lauwarmes Wasser, aber mit ein paar Tropfen C-Öl aufs Tuch geht alles besser ab und die Popöchenhaut ist noch richtig schön gepflegt. Gegen leichte Rötungen hilft es auch 1a. Allerdings: Ich spreche von einem Windelfrei-Po. Gibts doch mal echte Rötungen, verweise ich auf diese phänomenale Wundheilsalbe, die echt alles kann (keine Werbung, nur mannigfaltige Erfahrung).

Eincremen: C-Öl, nachm Baden. Geht auch fürs Gesicht.

Massage: C-Öl. Oft. Die Wirkung von Massagen auf das schnurpsliche Wohlbefinden ist absolut UNBESCHREIBLICH. Aber dazu mal ein eigener Blogbeitrag.

Wind & Wetter: Selbstgemachte Calendulasalbe unter Verwendung des C-Öls.

Feuchttücher: Altes Bettlaken (Großeltern fragen, ersteigern etc.) nochmal waschen und Essig (keine Essenz!) als Weichspüler benutzen. Bügeln für noch mehr Weichheit. Zerschneiden und vor dem Weggehen in einer Wasser/C-Öl-Mischung einlegen. Einrollen und in einer dieser praktischen Smoothie-Glasflaschen (leider nicht Bio und nicht sehr regional, aber seufz-lecker & vegan) verstauen. Zweite mitnehmen für schmutzige, aber wiederverwendbare Tücher.

Shampoo: Ihr braucht keines. Glaubt mir einfach. In 22 Monaten hat der Schnurps seine Haare nur mit Wasser gewaschen bekommen (etwa alle zwei Wochen und bei Notwendigkeit) und er hat sie zartesten Locken der Weltgeschichte.

So schauts aus. Easy does it.

Alone at Home

14 Jan

Ich weiß, heute ist nicht der 01.01., sondern der 13.01.2013. Ist doch auch ein schönes Datum, um wieder zu schreiben. Mein Notebook ist gestorben. Hat bisschen gebraucht, mich mit dem Ersatz zu befrieden.

Zwei Uhr morgens. Ich bin allein daheim. ALLEIN. Nach 22 Monaten und 4 Tagen schlafe ich die erste Nacht ohne den Schnurps. (Abgesehen von dem einen MagenDarmGrippeStunt vor ’nem Monat , aber da kann ich mich nicht mehr dran erinnern. Kurzzeitgedächntis wurde im Klo versenkt, nachdem die Galle aufgebracht war. Hm, Yummie.) Besser gesagt: Schlafe eben NICHT ohne den Schnurps. Weil das Bett sich in diese große Wüste verwandelt hat, auf der Strohballen geisterhaft hin und her rollen und eisige Winde die Kopfkissen glatt streichen. Schluck.

Schnurps war mit Vatern feiern. Kosheres Essen gabs auch. Er hatte den Spass seines Lebens (wurde mir zumindest eben weis gemacht), hat bis Mitternacht mit Oliven jongliert & sich umtanzen lassen & ist dann im Auto weggeknackt, welches zu Vatern vor die Tür gefahren wurde, was unglücklicherweise von mir ungefähr stadtweitbreit entfernt ist. Ja, ich hätte ihn noch holen können. Aber wir haben stegreifartig entschlossen, es gut sein zu lassen, ist ja auch an der Zeit, das Wuschelmonster wird bald zwei, da kann er ja wohl mal in Vaterns haariger Armkuhle nächtigen und ungeplant sind solche Einschnitte eh immer am leichtesten. Dachte ich.

Nun nehmen meine Brüste langsam aber sicher das Gewicht von zwei DemeterKuhEutern an (das hab‘ ich nämlich komplett verdrängt, ich stille ja noch, ich Deppin, zum Abpumpen iss nix da, was mach ich jetzt????), der ansonsten treusorgende Hund ist ja leider tot (seit paar Monaten, andere Geschichte, reden wir nicht drüber, will ja nicht von WordPress wegen Überschwemmung verklagt werden) und so bin ich ALLEIN. DAHEIM. Lustich isses nicht.

Und dass es nicht lustich ist, ist nicht lustich. Also nochmal oben drauf. Schließlich hab‘ ich von Anfang an gearbeitet. Bin dran gewohnt, den Schnurps sechs Stunden am Tag den treusorgenden Armen seines grandiosen Papas zu überreichen. Aber die Nächte. Die kleinen Extremitäten, die es schaffen, nachts auf 1,80 x 1,80 anzuwachsen und ÜBERALL zu sein. Das leichte Atmen, gegen dessen Niedlichkeit ein sanftes Rascheln des Frühlingswindes im Birkenwäldchen ein armseliges Föhngeräusch ist. Seine kalte Nase, die er morgens in mein Ohr bohrt, bevor er „Heeeello?????“ kräht. Alles wech. Scheusslich.

Das hat mir keiner gesagt, dass die Kombo von Attachment Parenting und Alleinerziehend zu solchem HerzSchmerz führt. Dabei weiß mein Hirn natürlich genauestens um die enorme Wichtigkeit des Loslassens für eine liebevolle Bindung. Und den ganzen Schmonz. Und vor heute abend war ich auch ganz bereit, mit seelenruhigem Lächeln und dem mir eigenen, leicht arroganten „Ich weiß schon, was ich tue“-Habitus zu verkünden, dass ich den Schnurps natürlich ziehen lasse, wenn er eines Tages mit lässig über die Schulter geworfenem Kissen vor mir steht und sein eigenes Bett will – also so mit 15.

Aber es ist schwer. Die Höhle wird kälter. Und ich muss mir das eingestehen, egal wie bestenfalls bemitleidenswert und schlimmstenfalls milde inzestiös es sich anhört. Natürlich wäre es anders mit Partner. Natürlich projiziere ich einen Teil meines Nähebedürfnisses auf den Schnurps. Natürlich muss ich dieses Tal durchschreiten und auf der anderen Seite mit zwei lachenden Augen wieder rauskommen, wenn ich die Mutter bin, die ich sein will (irgendwas stimmt an der Grammatik dieses Satzes nicht, aber ich bin zu müde, ums heraus zu finden). Nur heute werde  ich so richtig  leiden. Und baden gehen. DAS habe ich nämlich auch seit einer Weile nicht gemacht. Wenn auch aus anderen Gründen. Die Ihr hier lesen könnt. Oder hier:

cover      So. Wer nun so tapfer war, meinem Selbstmitleid bis hierhin nachzukriechen, kriegt dafür  auch was Feines. Mit dem neuen Jahr fange ich nämlich an, schöne Dinge zu verschenken, die Euer Augenmerk auf lohnenswerte Sachen lenken sollen.

 

 

 

 

 

Und fange mal mit dem tollen City-Poster der Oya an:

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Das gibts dreimal zu verschenken, jawohl.

Und zwar an die ersten drei Menschen, die mir Ihr leckerstes veganes Rezept schicken. Das ich dann nachkochen und veröffentlichen darf. Weil ich nämlich wieder vegan werde dieses Jahr. Und der Schnurps muss mit. Dazu gäbe es fei auch noch viel zu erzählen. Aber jetzt bin ich wirklich müde. Vielleicht schlaf‘ ich einfach aufm Sofa. Gehabt Euch wohl!

Nachtrag: Es ist 03.48 Uhr. Und ratet mal. Ich schlafe immer noch nicht. Verknuspere Dinkelstangen und Vanille Chai. Gucke solche Sachen hier:

Gerade wird mir zum ersten Mal klar, auf welch absolut unbeschreibbare Weise ich niemals mehr sein werde, wie ich prä-Schnurps war. So habe ich mir das epochal-megalomanische Ausmaß meiner Verwandlung noch nie bewusst gemacht. Scary. Als hätte der Schnurps jede meiner Zellen einmal von innen nach außen gekehrt. Es sind schon noch dieselben, aber nun tragen sie ihre empfindliche Innenseite zur Welt hin. Alles berührt viel mehr, jedes Tun wird auf seine Nachhaltigkeit hin abgeklopft. Die Welt ist in völlig anderen Farben gemalt. Neee, ich hatte keinen Alkohol im Haus. Ist die Übermüdung. Noch zwanzig Minuten und ich fang‘ mit dem Gedichteschreiben an. Dann lieber zu den Strohrädern ins Bett. Die Grissini sind auch alle.

Gutes Nächtle.

Puuhhhiii.

26 Dez

Weihnachten is over. Na, zumindest der GROSSE Abend. Es war schön, irgendwie. Und auch herzzerreissend. Die Macht, mit der in mir von Zeit zu Zeit der Wunsch nach einer intakten Familie aufbraust und mich den Schnurps an das wunde Mutterherz pressen lässt, bis er verzweifelt die leider etwas zu langen Nägel in mein eh geschundenes Dekolléte schlägt, ist schon…hm…nicht unheftich. Aber es ist wie es ist und ich bin dankbar, dass wir es doch täglich hinkriegen, zugewandte Eltern zu sein, obwohl wir einander gegenüber so häufig die Liebenswürdigkeit zweier verrosteter Reibeisen an den Tag legen.

Beim Nachdenken über diese Tatsache, darüber, wie wirs an unserer Wut vorbei Trippelschritt für Trippelschritt besser machen können und wieso der Schnurps dabei unser allerbester Lehrmeister ist, kam dieses schnurps-durchdrungene kleine Essay für die Oya über gewaltbefreite und zärtlichkeitsgetragene Kommunikation heraus. Erschienen on- und offline in der aktuellen Ausgabe zur Gewalt, die starker Tobak ohne Süssungsmittel ist, aber auch unbedingtestens lesenswert.

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Hoffe, ich verkürze Euch mit der Lektüre die Zeit bis zum 01. Januar, wenn dieser Blog zu neuem Leben wieder erwachen wird.

Ach ja, und warum nicht eigentlich nachm Fest backen, hm???? Habe dieses Jahr Halloween verpasst und Weihnachten ein bisschen herbeigefürchtet, deshalb werde ich total gechillt jetzt backen, zwischen den Tagen, saional & regional, wies sein soll und zwar Kürbis-Zimt-Walnuss-Cookies (vegan, of course) mit dem letzten Kürbis ausm Garten. Mein Tipp für oben drauf: Mandarinen-Zuckerguss. Finster importiert, ich weiß.

Kommt vonner Post Punk Kitchen, auf deren Seite Ihr unter anderen wunderbaren Dingen leider nur auf Englisch grandiose Ei-Ersatz-Rezepte erfahrt.

Gehabt Euch wohl. Kommt gut ins Welt-Aufgegangene 2013.

Zwischenmahlzeit: Inspiration pur.

5 Sep

…während der Rest meines Hirns sich die Zellen wunddenkt an den bis jetzt tief in mir verknubbelten Tabus, die mein Nachdenken über Sex & Mutterschaft nun ans Tageslicht spült (Bloggen ist halt doch nix anders als Therapie für Therapeutenhasser) gebe ich Euch einen wunderbaren Film mit in den lauen Herbstabend: „Sustainable“.

Ein kurzes Epos mit lauter inspirierenden Menschen, die den überstrapazierten Begriff „ChangeMaker“ mit neuem Leben erfüllen. Alle Hintergrundinfos findet Ihr hier, plus noch einem In-Depth Nachschlag mit Sebastian Copeland und 10 sehr sensibel zusammengestellten Ideen, wie wir die Welt verändern können (und nein, Müll trennen gehört diesmal nicht dazu, schnarch). Ich selbst komme gerade von einem wunderbaren Nachmittag mit dem dazugehörigen Filmemacher Ralf Luethy und der Produzentin Ariane Drumm von Field of View sowie dem live hinzugeschalteten Protagonisten & Supporter Alexander Rossner vom Zukunftswerk (der vierte im Bunde, Stadtimker und Kartoffelkombinat Genossenschaftsmitbegründer Daniel Überall, konnte leider nicht dabei sein): Alles  spannende, zukunftsgewandte Menschen, die diesen Film gemacht haben, weil sie einfach das Gefühl hatten, etwas tun zu müssen mit den Ressourcen, die ihnen zur Verfügung stehen. Es ist keine einfache Welt, in die wir die Schnurpse entlassen, aber solange es solche Menschen gibt, bin ich nicht gewillt, die Hoffnung aufzugeben.

Also, Menschen, wenn Euch „Sustainable“ gefällt, dann schickt den Link rum, tweetet ihn, bindet ihn in Eure Blogs ein, zeigt ihn vor dem nächsten Essen Euren Freunden & diskutiert darüber, spielt ihn in der Mittagspause Eurem „Ach komm schon, der Klimawandel ist doch nur so ’ne Hippieerfindung“-Kollegen vor – er hat es verdient (ja, der Kollege auch).

Und nun noch ein paar kleine Schmankelr für alle, die in und um München leben:

Am 07.Oktober ist Erntedankfest im o’pflanzt is! – Garten; es gibt eine Lesung, eine Performance, ein Konzert, es wird geerntet und gekocht, diskutiert & gelustwandelt und sicher sehr schön (bei strömendem Regen fällts allerdings aus). Alle, die nicht wissen, wovon ich rede, schaun einfach mal bei hier vorbei – o’pflanzt is! ist ein Gemeinschaftsgartenprojekt, das ich mit vielen anderen großartigen Menschen gegründet habe.

Am 13.Oktober werde ich zusammen mit dem spannenden Raphael Fellmer den Workshop ResteEssen im Rahmen des Münchner Klimaherbstes veranstalten – alle Infos gibt’s hier, die Einladung liest sich wie folgt:

Europas Essensreste könnten zweimal den Welthunger stillen. Aber wie wird Mensch zum genussreichen ResteEsser? Raphael Fellmer lebt – ohne Geld – seit Jahren mit Familie vom „Lebensmittelretten“. Er erzählt vom Schatzsuchen in Abfallcontainern, von Möglichkeiten, ganz legal Essensreste zu bekommen – und davon, wie jeder seinen ökologischen Fußabdruck verringern kann. Caroline vom Münchner Gemeinschaftsgarten o’pflanzt is! e.V. gibt Tipps, wie Urbane Landwirtschaft & Neue Nachbarschaftlichkeit Mülleimer leeren und Bäuche glücklich machen. Dazu wird die Plattform FoodSharing (foodsharing.de) und das Filmprojekt „Taste the Waste“ des Filmemachers Valentin Thurn vorgestellt.

Mit Raphael und seiner Frau werde ich außerdem ein Interview zu Veganismus & Geldlosigkeit als Familie mit Minischnurps für Blog & Buch machen – ich freu‘ mich schon sehr darauf, da Beides mich außerordentlich umtreibt.

Am Tag drauf, den 14. Oktober, stelle ich ein neues Workshop-Projekt von mir vor: „1 Hektoliter Grün – Urban Agriculture im Miniformat“:

Jeder hat ein Recht auf selbstgezogenes Gemüse! Das spart nicht nur Geld und CO2, es sensibilisiert auch für die geballte Zuwendung und Lebenskraft, die in jedem geernteten Lebensmittel stecken. Unser Workshop für Klein und Groß zeigt ganz praktisch, wie noch in der kleinsten Hütte „1 Hektoliter Grün“ Platz findet: durch Nutzung vertikalen, horizontalen und diagonalen Raums, mit recycelten Materialien, selbstgezogenen Samen und cleveren Permakulturtechniken.

Letzterer allerdings hat nur ein begrenztes Platzkontingent – first come, first serve. Natürlich ist alles wie immer umsonst & for free, Spenden kommen o’pflanzt is!  zugute. Enjoy!

Gibt ein Sexleben jenseits der Milchstraße? – Teil I

31 Aug

Ich habe gerade unsere zwei WG-Zimmer geputzt.  Erst gesaugt. Dann gewischmoppt. Brav mit Essig im Wasser. Und außerdem noch ein paar übertrieben vielen Tröpfchen dieses sündhaft teuren Zeux:

Ursprünglich mal gekauft für besondere Anlässe. Ihr wißt schon. Jetzt riechts hier wie im Puff, der Schnurps wird wahrscheinlich nachher den Eintritt verweigern & das Vatertier sich besicken (immer für eine taktvollen Geste zu haben, der Gute), aber diese drei Stunden inmitten Schwaden erotisch-sinnlichen (sacht jedenfalls das Packaging) Wohlgeruchs auf sauberem Parkett, die sinds mir wert.

Meine Toleranzgrenze für schnüffelige, schmierige, gelbliche Flüssigkeiten, gleichmäßig verteilt auf Möbeln, Boden, meiner Kleidung und in meinen Haaren (fragt nicht), ist extrem hoch. Herrgöttinnensakra, ich hab‘ ein windelfreies Kind, das in eine neue Phase eingetreten ist. Die „Ich will nicht mehr abgehalten werden, ich kann das alleine“ – Phase. Keinesfalls zu verwechseln mit der „Ich weiß, wo der Hoppopp (=das Töpfchen) steht und laufe rechtzeitig hin, wenn ich muss.“ Stattdessen sieht meine APvangardistische Lebenswirklichkeit so aus: Der Schnurps hat sich eine Pinkelecke auserkoren. Und zwar diese hier:

Direktemang neben meinem Schreibtisch. Meinem Arbeitsplatz. Dem Hauptwohnsitz meiner eh schon mimosenhaften Muse. Dorthin läuft Schnurps beim ersten Zwicken der Blase, setzt sich in den Halblotussitz (nagut, auf jeden Fall sind die Beine angewinkelt), greift sich liebevoll seinen Schniepel und beobachtet dann fasziniert das Austreten seines unter normalen Umständen bemerkenswert geruchslosen Urins. Nach vollendeter Tat fängt er an, aufgeregte Krählaute von sich zu geben & wild auf die Pfütze zu deuten, bis jemand (also: ICH) mit einem Tuch kommt und Boden sowie Füßchen trocken wischt. Dann steht er erhaben auf, grinst selbstzufrieden und trollt sich. I kid you not.Und ich denke natürlich, dass ich das lustigste & ingeniöseste Kind der Welt habe.

Bis heute morgen. Ich weiß nicht, was er gestern zu sich genommen hat (und, ganz ehrlich, ich wills auch nicht wissen), aber sein Pipi riecht wie Pantherpisse. Ein jede Ritze meines atmenden Seins & der Wohnung durchdringender Geruch. Und während ich so hinter ihm herwische, denke ich auf einmal – ich kann einfach keine Flüssigkeiten mehr sehen. Keine Urinpfützen. Kein vom Schnurps in der Wohnung verteiltes Hundetrinkwasser. Keine umgeschütteter Orangensaft. Ich will omnipräsente, trockene Sauberkeit. Wohlgerüche. Ich will ein Sex & The City-Weibchen sein, dass zehn Jahre jüngere Männer (oder Frauen) mit nach Hause bringen kann, deren erster Eindruck ist – Ui, hier riechts aber lecker – und nicht „Haste mal ’ne Wäscheklammer?“.

Ich weiß, es wird gleich vorbei gehen. Ich weiß, ich liebe die Freiheiten, die der Schnurps und ich leben, das Rumsauen beim Essen, das Scheiss-auf-die-Konsequenzen-durch-die-Gegend-tollen, seinen weichen, immer atmen könnenden Po, die Freude, mit der er seinen Körper zelebriert. Aber jetzt gerade, heute, in diesem Moment, will ich einfach mal wieder Frau sein. Und deshalb sitze ich hier, inmitten von Moschus & Amber, und genieße den Moment. Bei einem Tee. Nämlich  Buddha Belly (Katalog letzte Seite) meine momentane Lieblingskräutermischung aus dem wunderbaren Tushita Teehaus (Schwarze Malvenblüten, Melisse, Ingwer & Angelikawurzel – die Natur meint es schon gut mit uns).

Das wahre Problem liegt natürlich woanders. Es liegt in der Tatsache, dass ich überhaupt willens bin, meine olifaktorischen Aphrodisiaka in Putzwasser zu verschwenden. Aber ich bin nicht allein damit. Nun, wo ich aufs Ernsthafteste meine Buchrecherche begonnen habe, die zu einem großen Teil aus Meine-neugierige-Nase-in-die Mütterbefindlichkeiten-anderer-Frauen-stecken besteht, haben sich mir nochmal neue Erfahrungswelten aufgemacht.  Um in diesem speziellen Fall zu illustrieren, was ich meine, habe ich mal einen kleinen Test zusammengestellt. Vielleicht mögt Ihr mir ja folgen in die Untiefen meiner Feldforschung … aber Achtung, es wird ein bißchen feucht(fröhlich) – war ja aber wahrscheinlich klar, denn wo ich bin, da ist: Feuchtigkeit (siehe oben).

Also, ich werf Euch einfach mal rein:

  1. Ist die einzige Substanz in Eurem Haushalt, deren Konsistenz Gleitcreme auch nur entfernt ähnelt, Stadelmeiersche Windelsalbe?
  2. Spielt Euer Schnurps häufiger mit Eurem Schamhaar als sonst wer? (Uuuuhhhh, Tabubruch? Selbstverständlich zuzulassene Neugier oder inzestiöse Früherfahrung? Wie seht Ihr das?) Oder steht es sowieso schon unter Urwaldschutz?
  3. Habt Ihr es aufgegeben, Euch um den optischen/haptischen Zustand Eurer Nippel zu kümmern, weil sie ja eh keiner sieht/abschlabbert außer dem Schnurps?
  4. Ist Euer Liebster ins Wohnzimmer gezogen – NATÜRLICH nur als Ergebnis eines liebevollen Dialoges ob der arbeitsbedingten Praktikabilität dieses Arrangements – ohne dass Ihr sein neues Bett als Liebesnest nutzt?
  5. Ist das einzige Wesen, was im Haushalt Massagen abkassiert, der Schnurps?
  6. Betrachtet Ihr liebevoll die Knutschflecken an Eurem Hals, Resultat eines kleinen, bissigen Missgeschicks während des Tragetuchanlegens, weil die Welt so immer hin denken könnte, Ihr hättet ein Liebesleben?
  7. Habt Ihr mit Eurem Liebsten jemals über die Möglichkeit gesprochen, dass auch eine stillende Brust erotischer Zuwendung bedarf (jawohl, von einem ERWACHSENEN) oder ist Euch der Gedanke selbst zu schräg?

Ich könnte noch stundenlang weiter machen. All dies sind gedachte Gedanken & wirkliche Zustände, manche von mir, manche von anderen, die meisten von mir & von anderen.  Ich denke dieser Tage viel über Sex nach. Sex & Langzeitstillen. Sex & Attachment Parenting. Sex & Alleinerziehen. Weil es ein wichtiges Thema ist. (Warum es ein wichtiges Thema ist, darüber mehr in Teil II dieses Posts. ) Weil ich keinen habe, verdammtnochmal. Nicht, dass es garkeine Möglichkeit dazu gäbe. Aber die Parameter haben sich verschoben. Und ich leide. An meinen eigenen Ansprüchen.  Und ganz viele Frauen, die einen Partner haben, leiden auch. Das weiß ich jetzt, aber da spricht keiner mit Dir drüber. Und deshalb will ich da unbedingt mal drüber sprechen. Nur dass ich jetzt auch noch ein bisschen Geld verdienen muss, in denen Zweieinhalbstunden Bordellatmo, die mir noch bleiben. Also, Ihr seid gewarnt ob des Kommenden.

Im übernächsten Post gibts dann wieder Muffinrezepte – ich habe ZwetschgenMuffatschis erfunden & die genialste vegane Cupcakecreme aller Zeiten gemacht. Wer also keinen Bock auf das schlüpfrige Zeux hat, der weiß jetzt, wann sie_er wiederkommen kann 😉

Gerade kämpfe ich ein bisschen mit mir.

26 Aug

Abgesehen davon, dass bis morgen acht Uhr die Frühstücksbrötchen in Form eines länglichen Textes über Stammdatenmanagement geschrieben sein wollen (allein erziehende Mütter stellen definitiv weniger Fragen, wenns ums Geld verdienen geht), bin ich dieser letzten Tage generell ein wenig uneins mit mir & meiner Radikalität. Beziehungsweise ihrem Nichtvorhandensein.

Ich habe ein paar Artikel in der Pipeline, um genau zu sein, fünf Stück: Übers Selber-Abstillen und andere Identitätskrisen, Langzeitstillen & Sex, Dem Schnurpschen Fluss der Dinge, Mutterspezifischer Kreativität & meiner neuen, bahnbrechenden Erfindung, dem N20M (CLIFFHANGER, or what????), aber frage mich während des Schreibens die ganze Zeit abwechselnd, ob ich weit genug gehe oder schon viel zu weit.

Das Ergebnis ist folgerichtig unzumutbar, denn, wie jeder weiß, ist es absolut tödlich, während des kreativen Prozesses die kritische & die intuitive Phase  durcheinanderzuwurschteln und den inneren Zensor schon aus der Schreibstube zu lassen, wenn das Kind noch spielen will.

Deshalb vertage ich das Weiterschreiben und verweise für heute an einen Mann, der sich die Frage nach dem „Wie radikal will ich leben“ schon beantwortet hat.

Ich frag‘ mich bei solchen Biopics dann immer: Würde ich dem Schnurps dieses Leben wünschen? Sollen wir jetzt sofort auf Land gehen, das Paradigma, das ich noch von innen aufzubrechen versuche, verlassen und uns ein Arkadien bauen, in dem wir nachts beim Mondschein Kräuter pflanzen? Oder soll ich ihm lieber eine Grubenleuchte zum 2. Geburtstag schenken, damit Containern früh zu etwas abenteurlich-selbstverständlichem für ihn wird?

Und kenne die Antwort nicht. Wie so oft 😉

Aber unser Leben hat der Film dennoch jetzt schon verändert:  Weil er wiedermal bestätigt, dass Schnurpse intuitiv immer alles richtig machen. Teller ablecken, zum Beispiel. Wie geil ist denn bitte dieses ErstAbleckenZumFettablösenDannNurNochInDieMolkelaugeRein? Ich wusste doch, dass das Sinn macht – ist ja auch viel zu spassig, um nicht noch einen tieferen Zweck zu haben, das GeschirrAbgeschlabbere. Nur die Molke ist leider so unvegan. Damn it. Deshab machen wir das bei uns jetzt so: Erst ablecken, dann mit paar Essig abwaschen. GEHT SUPER!!!!!! Probiert das mal aus. Und der Schnurps lacht sich jedesmal scheckig, wenn uns die Soße vom Kinn trieft. Wieviel besser kanns denn werden – Kind erheitert & Planet glücklich.

P.S. Wisst Ihr, was mir an Gottfried noch sehr gefällt? Seine Denkpausen vor jeder Antwort. Das sich-Zeit-nehmen für die Frage. Und die mich fast immer überraschenden, sehr, sehr klaren Antworten.