VonUnterwegs: Das ist echt erniedrigend.

15 Okt

Manchmal weiß ich einfach nicht, ob ich empört sein soll, mich hinsetzen&weinen oder schlicht resignieren.

Bin heute an dem hier vorbei gelaufen:

Soweit sind wir also schon, das MainstreamRadiosender mit ihrem besch$%&§$!*+nen Werberahmenprogramm mehr Geld für Krippenplätze raustun können als die Kommune. Dass sie sich nicht zu schade sind, mütterliche Verzweiflung auszunutzen, um Werbung für ihre ohrenmalträtierende BestOf90ies -Mucke zu machen.  Dass dieser Moderator nix Besseres mit seinem Tag zu tun hat, als sich in diesen Fetischklamotten steckend plakatieren zu lassen – auch ein Lebensentwurf, mein Guter. Und am Schlimmsten: Dass es keiner Mutter zu verdenken ist, wenn sie tatsächlich die Beine breit macht, um an den Platz zu kommen.

Welcher Gedanke natürlich die Frage aufgeworfen hat, was frau/mann tatsächlich für diesen vom Medienhimmel knallenden Krippenplatz tun muss. Die Webseite des großmütigen Spendersenders hat mich wie folgt belehrt (und wenn Ihr nicht schon sitzt, dann tut es besser jetzt):

Und das müssen Sie dafür tun:
Jeden Samstag im Oktober zwischen 14 und 16 Uhr müssen Sie als Eltern dafür in den Pasing Arcaden im Wettkrabbeln oder im Bobbycar-Rennen gegeneinander antreten.
Der/die im K/O System ermittelte Tagesschnellste bekommt für sein Kind dann jeweils einen Kitaplatz bei den miniMUCs ».

Die Münchner müssen sich für die Wettkämpfe vorher hier auf charivari.de bewerben.
Aus allen Bewerbungen werden am Freitag vor dem jeweiligen Event die Teilnehmer per Losverfahren ausgewählt und informiert.

Die größte Krippenplatz-Offensive Münchens – damit Kinder UND Eltern wieder lachen können.

Wißt Ihr was? Ich lache jetzt schon, dabei bin ich noch garnicht losgekrabbelt. Und zwar von meinem Muttergalgen runter. Eigentlich wollte ich da heute flashmobartig aufschlagen, und die Veranstaltung sprengen, aber da das Vatatier an Malaria erkrankt ist (denn kein Mensch würde bei einer normalen Grippe soooo leiden), hatte ich keinen, der auf den Schnurps aufpasst. Ironisch, n’est pas? Achso, für die Interessieten: 25 Wochenstunden in den großzügigen Kitas kosten ansonsten pro Monat 594 €. Ich glaube, hinsetzen&weinen ist doch am angebrachtesten.

4 Antworten to “VonUnterwegs: Das ist echt erniedrigend.”

  1. bauchundnase Oktober 16, 2011 um 07:16 #

    594 Euro im Monat??? Ach du schei…benkleister!
    Wollt ihr nicht in den Osten ziehen?
    Mal von dem Geld abgesehen … es ist wirklich erniedrigend. Wettkrabbeln … Bobbycarrennen ist ja noch stylisch, das kann man sein Leben lang machen. 😉
    In Anbetracht der Tatsache, dass es den lieben Kleinen gut tut, wenn sie 2 Jahre minimum zu hause bleiben, sollten sie noch Milchaustauscher-Wettnuckeln und Schnuller-Weitspucken mit aufs Programm nehmen. Aber das ist nur meine Meinung und stößt bei den Müttern von heute (gerade hier im Osten) nicht auf Gegenliebe.
    LG nach grazy-Munich

  2. glücklich scheitern Oktober 16, 2011 um 09:47 #

    puh, da bleibt selbst mir die spucke weg!

  3. kraehenmutter Oktober 16, 2011 um 18:42 #

    alter…
    ich mach mich für mein kind ja gerne zum deppen aber wett-krabbeln und wett-bobbycar-fahren fürn kita-platz ist mir dann doch zu erniedrigend.
    vielleicht sollte sich die zuständigen bezirksämter da mal nen beispiel dran nehmen, was würden sie wohl für massive einsparungen bei kita-gutscheinen haben! könnte man bestimmt fast den euro von retten…

  4. Nicola Oktober 16, 2011 um 19:41 #

    urgs.

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