APokalypse

29 Okt

Brrrrrrr. Wäre ich ein Hund, käme ich gerade aus einem mordsmäßigen ApokalypseGewitter und würde mein müffelndes Fell schlenkern, bis nix mehr trocken ist um mich. Bin aber noch Mensch (hätte allerdings nix gegen eine Wiedergeburt als Tibet-Terrierin im Schnurpshaushalt, aber für soviel Nähe zum Nirvana muss ich wohl noch büschen an meinem Karma im Hier&Jetzt arbeiten), und konnte deshalb das emotionale Unwetter der letzten Tage nicht einfach so abschütteln. Ergo = Schauriges Schweigen in ECOBabehausen.

Vatatier & ich haben beschlossen, uns zu trennen. Und es auch prompt getan. Womit der Rest der meinen Blog lesenden Welt ab jetzt in den Genuss kommt, bei einer ….hm, wie nenn‘ ich es am besten…allein erziehend triffts nicht…zweiteilfamiligen APMutta durchs digitale Schlüsselloch zu linsen. Hat ja auch seine Reize, denke ich mir.  Natürlich sind wir wildest entschlossen, die besten aller möglichen getrennten Eltern zu werden. Und besser jetzt, ohne Geschrei&Geheule (na gut, von Letzterem gabs Einiges, aber nu iss auch gut)  als mit zwei. Oda?

Und bevor ich weitermache wie gehabt, ein kleiner Exkurs in Sachen AP & Partnerschaft. Ich stelle mir die brisant-provokative Frage, ob AP besser, schwieriger oder ohne Konsequenzen für eine gute Beziehung ist. Hier ein paar Gedanken dazu (und nein, das Vatatier und ich hätten uns so oder s0 getrennt, Schnurps oder kein Schnurps, AP oder nicht):

1.Co-Sleeping. Habe ja an derer Stelle über sich absentierenden Sex gesprochen. Und dabei aus Euren schlauen Kommentaren gelernt, dass es so was wie eine evolutionär-hormonell bedingte Abstinenz gibt. Glaube ich gern. Darüber die ganz andere Problematik des Schnurps-im-Bett zu übersehen, wäre aber fatal. Retrospektiv hätte ich den kleinen Monsieur nicht mehr zwischen uns schlafen lassen, sondern auf einer Seite, so dass das Vatatier und ich mehr hätten kuscheln können. Und ich hätte in einem anderen Raum eine kuschelige, kleine Nische gebaut, in der wir sein frühes  Zubettgehen für uns hätten nutzen können (Küchentische, Waschmaschinen und Schreibtischstühle sind geil, aber nix für Mütter nach ’nem 17-Stunden Tag)

2.Körperbewußtsein. Here it comes. Ich habe eine prekäre Theorie. Durch das Tragetuchgetrage und das konstante körperliche Bonding mit dem Schnurps entsteht eine latente Gefahr der mütterlichen Ent-Erotisierung. Ich glaube, wir nehmen unseren Körper stärker als MutterWesen wahr als Frauen, die Kinderwägen nutzen und deren Kinder viel Zeit disconnected von ihnen verbringen. Das geht tiefer als die übliche IchSchaffEsJaNichMalMehrUntaDieDuscheUndDuWillstDasIchMichHübschMache????-Nummer. Es hat etwas mit unserer Libido zu tun, die sich zur Umgehung des Inzestiösen verkrümelt, sobald der Schnurps nahe kommt. Und beim AP ist er nun mal verdammt oft verdammt nahe. Ich werde jetzt öfter meinen Körper zelebrieren. Mich einölen. Nach was Anderem duften. Bewusst die Haare offen tragen (nur für krasse S/M-Anhänger zu empfehlen, während Schnurps in Reichweite). Wieder FRAU sein.

3.Reden. Durch die konstante, extrem bewusste Beschäftigung mit dem Schnurps und allem, was wir ihm Gutes tun wollen, verbraucht sich viel Gesprächszeit. Aber weil das Gesagte doch auf relativ hohem Niveau stattfindet (ich meine, wir haben Pikler, Jules, Thich Nhat Hanh mit dergleichen Leidenschaft diskutiert wie früher Kapitalismuskritik und Filme) merkste garnicht, dass Du eigentlich nicht mehr über Dich sprichst, sondern fast konstant über den Schnurps. Das kann gefährlich sein, weil es ein schleichendes Entfernen mit scheinbar gleichbleibender Intensität des Dialoges verbrämt.

Das sind vorläufige Erkenntnisse. Und erstmal nur kritische. Umgekehrt gibt’s auch ’ne Menge Gründe, warum AP eine Beziehung vertieft. Auf die hatte ich aber aus gegebenem Anlaß weniger Bock 😉 Was denkt Ihr? (Von Beileidsbekundungen ist Abstand zu nehmen, statt Kränzen erbitten wir eine rege Nutzung der Kommentarfunktion…)

So, dieses vom Herzen gewälzt werde ich mein regelmäßiges Gesülze wieder aufnehmen. Life has me back.

13 Antworten to “APokalypse”

  1. jaris Oktober 30, 2011 um 19:15 #

    zu punkt 1: frau hat nun mal meistens keine lust, warum soll sie sich da verbiegen?! kuscheln, um die beziehung zu retten ist doch doof. kuscheln weil man kuschelbedürfnis hat ist super. bloß das wird doch größtenteils durch den schnurps schon erledigt! männer haben es nicht leicht. eigentlich bräuchten sie die lizenz zum fremdkuscheln, aber unsere gesellschaft sieht solche stillenUndNichtKuschelnWollenUndMannDeswegenWoandersHinschicken-konzepte nicht vor. aber allen wäre damit geholfen, denn so müssten die männer nicht aufm zahnfleisch gehen. ich kanns mir praktisch zwar überhaupt nicht vorstellen, finde aber verständlich, warum so mancher vater das gefühl hat er kommt zu kurz. mein männe will mir auch nicht auf die pelle rücken, weil er einfach versteht, was gerade angesagt ist. einmal im monat aber habe auch ich richtig lust und das wird dann mächtig ausgenutzt. das genießen wir dann in vollen zügen. der krümel ist nie im weg, er schläft ja meist vor 8, da sind wir dann auch noch fit. insgesamt ist es halt ne durststrecke, die aber irgendwann zu ende geht, das ist das positive 😉

    zu punkt 2: ich gebe dir 100% recht. ich erkenne mich auch nicht wieder. manchmal denkt man so, irgendwie würde ich schon gerne wieder mehr für mich machen, aber man bleibt alternativlos, da der krümel einfach wichtiger ist (zumindest jetzt). ich denke mit zunehmendem alter wird die zeit, die man für sich selbst hat wieder konstant ansteigen. mein krümel ist jetzt 16 monate und kommt auch mal eine stunde ohne mich klar, natürlich nur wenn er eine andere bezugsperson um sich herum hat (is klar). es deutet sich an, dass such ich irgendwann mal wieder mit gefönten haaren das haus verlasse. ach und babytragen sind doch super praktisch. wenn man sein baby die ganze zeit vor dem bauch trägt, braucht man seinen schwangerschaftsschwabbelbauch nicht permanent einziehen 😉

    zu punkt 3:ich glaube das ist echt das größte problem! zumindest wenn in der beziehung schon immer viel geredet wurde und vor allem mit tiefgang geredet wurde. manchmal kann ich einfach nicht anders und mein mann beschwert sich dann bei mir, dass ich immer nur an den krümel denke. irgendwie sind meine kapazitäten da total begrenzt im moment. mich interessieren andere sachen nicht so richtig. muss wohl auch hormonell sein 😉 aber zum glück gibt es ja freunde, mit denen er auch reden kann. wird ja auch nicht für immer so sein. meistens ist er allerdings dankbar für meine zusammenfassungen des tages, da er ja nicht so viel zeit mit mausi verbringen kann. wenn man es genau nimmt ist es doch auch unser wunsch gewesen, nun haben wir den krümel, warum sollten wir dann nicht auch über ihn reden, er verbindet uns doch und er wird so schnell groß werden!

    hier noch ein buchtipp, der wie ich finde auch ganz gut in die themenecke passt: http://www.amazon.de/111-Gr%C3%BCnde-offen-lieben-Freundschaft/dp/3896029649/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1320002037&sr=8-1

    • ECObabe Oktober 30, 2011 um 20:53 #

      Danke für den langen Kommentar. Für sowas sind Blogs gut. Sehr gut. Wahrscheinlich gemacht. Ich find Polygamie total in Ordnung, weil ein Mensch alleine sowieso NIEMALS alle emotionalen Bedürfnisse eines Zweiten wird erfüllen können. Aber es bedarf sehr transparenter, ehrlicher, liebevoller Formen der Kommunikation, damit so ein Konzept ohne Verletzungen lebbar wird. Und gerade während der Schnurpserstlingsphase sind wir so verletzlich und in vielem so unsicher unserer selbst…hm, schwierig.

  2. kraehenmutter Oktober 31, 2011 um 19:21 #

    soso.
    etwas beziehungsmäßiges muss ich loswerden: hier gibts auch desöfteren die überlegung: wenn trennung, dann jetzt, nicht in 2 jahren.
    finde das nämlich auch besser, als wenn die schnurpse/igel das schon so voll und ganz mitbekommen.

    und jetzt weiter im text:
    1. dazu hab ich ja schon mehrmals was gesagt, ein leidiges thema.
    tatsächlich ist es ja hier so, dass der igel nur im körperkontakt mit mir schläft.
    was das ganze doch etwas erschwert (= so ziemlich unmöglich macht).
    ein wenig ferbern würde unser sex-leben vmtl wieder etwas in schwung bringen oder doch zumindest möglicher machen.
    neulich hatten wir uns mal wieder „aufgerafft“, kind schlief, ich bin leise auf die andere matratze rübergerutscht…nach kurzer zeit ein zartes atmen und keuchen an meinem ohr: wie der mond steigt der glatzköpfige igel-kopf direkt neben mir in die höhe mit begeistertem grinsen „juhu, ihr seid ja auch noch wach!“..
    wir achten darauf, uns zumindest nochn gute-nacht-kuss zu geben, dass muss die nächsten jahre erstmal reichen.

    2. ich musste herzlich lachen.
    tatsächlich renn ich rum wie oma flodder, augenringe, eine brust hängt ständig raus und es ist mir wirklich scheißegal.
    augenbrauen zupfen oder wieder zum quakenden kind flitzen?
    neue klamotten kaufen macht mit der oberweite auch keinen spaß, es sieht eh alles verboten aus.
    beine rasieren – wozu? tatsächlich wird es niemandem auffallen, im bett kuschelt sich schließlich nur das kind an mich..
    meine morgendliche t-shirt-wahl treffe ich auch nach dem kriterium: bin ich heut viel mitm igel unterwegs? dann kanns auch eng sein, ist ja eh alles vom kind verdeckt. ohne kind draußen zu sein empfinde ich inzwischen als nackig, plötzlich ist man nich mehr das wesen am kind hintendranklebend, sondern frau.
    ich bin tatsächlich ent-erotisiert.
    meinen körper nehme ich jetzt noch stärker als in der schwangerschaft als „heim“ des igelchens wahr, zum reinkuscheln, raufklettern, trinken, nuckeln, lutschen, rumziehen…einfach ein riesen haufen spaß aus mensch.
    war mir mein labber-bauch früher extremst peinlich, ist er mir jetzt meist egal. ich hab ein kind und damit wichtigeres im kopf.
    ein bisschen freu ich mich schon wieder aufs arbeiten gehen, kann ich mich ma wieder richtig aufdonnern mit täglich frischem t-shirt, wimperntusche und sowas wie ner frisur 😉

    3. da ich allein für theoretische erziehungskonzepte zuständig bin, gibts bei uns keine diskussionen, sondern klare vorgaben (ähäm).
    unterschiedliche meinungen werden ausschließlich abends im bett übers kind hinweg zischend diskutiert.
    natürlich dreht sich auch sonst alles hauptsächlich ums kind: hat er fein gekackert, toll gegessen, warum macht er dieses und jenes…das denke ich, ist aber auch bei nicht AP-CC-familien ähnlich..

    ich freu mich, hier jetzt wieder öfter was zu lesen!

  3. Nicola November 4, 2011 um 04:55 #

    Hoppla – okay, keine Kränze.

    Nur der Rat einer alten Hebamme: In den ersten zwei Jahren mit Kind sollte man keine schwerwiegenden Entscheidungen treffen. Diese Monate sind nicht normal. Nicht „Leben“, wie man es vorher kannte. Elternsein = Ausnahmezustand.

    Aber: Es geht vorbei. Es wird wieder anders. Spätestens wenn frau das Kind nachmittags um vier (!!) aus der Kita holen will und regelmäßig mit „Du sollst aber nicht immer so früh abholen kommen!!!“ begrüßt wird, dann weißt Du wieder, wo die Wimperntusche steht.

    Zu den AP-Fragen (TOLLE Überschrift, Textgöttin!):

    1. Co-Sleeping: Kind an der Seite schlafen lassen ist eine gute Idee und ist sowieso sicherer. Kuschelecken woanders sind wichtig. Aufraffen ist wichtig. Non-sexual-Körperkontakt ist wichtig. Aber nicht umsonst wurde einst das Baby aus dem Bett der Mutter verbannt, damit sie bald wieder „verfügbar“ war (und neu gebären konnte). Gutes Buch: de Mause, Geschichte der Kindheit.

    2. Körperbewusstsein: Ent-Erotisierung ist wichtig. Stillen macht langmütig, sexfrei und blöde. Wenig Sex ist wichtig. Es soll keine Nr.2 kommen, der Nr.1 die Milch wegtrinkt.

    Und wie Krähenmutter schrieb: Wir sollen NICHTS wichtigeres im Kopf haben als unser Kind. Ich stell mir das so vor: „Wichtiges Treffen? Ach, geht ihr mal…. Leckerer Jäger vom anderen Stamm? Pühhhh, och nöööö.. Säbelzahntiger? Nee, warte, das Baby weint!!“ Wir sind die Nachfahren derer, die überlebten. Weil ihre Mütter es so gemacht haben. (Bluffer Hrdy: Mother Nature).

    3. Reden: Unsere Lösung: Elternabend. Regelmäßig. Gerne auch Frühstück, wenn es anders nicht geht (weil abends kein Babysitter für die Kleine). Gezielt darüber reden: Wie geht es Dir, wie geht es mir. Was können wir verbessern. Sich gegenseitig dran erinnern, dass es nicht EWIG so bleibt.

    Ich hab noch zwei:

    4. Trauma
    Babys lassen die eigenen Kindheitstraumen hochkommen. Das ist nicht witzig. Das steht in keinem Elternbuch. Darauf sind wir nicht vorbereitet. Und meistens hilft uns keiner. Und wir haben eine Menge Trauma, das wir mit uns rumschleppen…de Mause schreibt: „Die Geschichte der Kindheit ist ein Alptraum, aus dem wir gerade erst erwachen“….

    5. Gesellschaft:
    Bei uns läuft es falsch. Wir fallen RAUS aus dem gesellschaftlichen Leben, sobald ein AP-Baby da ist. Kein Theater. Kein Konzert. Kein Büro. In nativen Gesellschaften ist es umgekehrt: Du kommst als Frau erst REIN in das gesellschaftliche Leben, wenn Du endlich dein erstes Kind mit Dir rumträgst. Vorher bist Du Mädchen. Erst mit Kind bist Du Mutter. Jetzt darfst Du zu den Müttertreffen, in den Dorfrat, kannst mitreden, bist dabei….. Die Effekte sind enorm. Wir sind alleine, überfordert, isoliert, gestresst. Wir sollten sein: Integriert, angeleitet, umsorgt, angekommen. Das gilt auch für die Väter. Alle hatten mehr Bezugspersonen, Vorbilder und Hilfe. Kurz: Wir sind nicht artgerecht gehalten. Es wird Zeit, dass wir daran etwas ändern. Vielleicht wird das artgerecht-projekt seinen Beitrag dazu leisten.

    • ECObabe November 4, 2011 um 19:28 #

      Das mit den schwerwiegenden Entscheidungen wegen neuronaler Hormonüberflutung sollte einem (ähem, also dem Vatatier) mal früher Einer sagen (wobei die Eine natürlich nicht ich sein konnte). Wie einem mal ’ne Menge früher gesagt werden sollte. Und damit: Back to Artgerecht -Projekt 😉 Elternabend ist super. Erinnert mich an die Praxis des Zwiegespräches. Auch toll. Zu der Trauma-Nummer schreib ich am Sonntag was. Stichwort: Inneres Kind. Soooooo entscheidend, dass es einen extra Eintrag verdient. Und zur Gesellschaftsnummer: Da denk ich die ganze Zeit extremst viel drüber nach. Da müssen wir mal ein echtes PAMPHLET drüber verfassen, á la „Empört Euch“, so wichtig, wichtig, wichtig ist das. Lust irgendwer? Daaanke für Deinen nimmermüden, langen, wunderbaren Kommentare. Weiß ich sehr, sehr zu schätzen.

      • Nicola November 5, 2011 um 06:06 #

        Pamphlet? Ich! *hust* jederzeit! ich bring was mit!!

      • ECObabe November 5, 2011 um 11:45 #

        JIIIIPPPIIIIIEEEE!!!!!!!!!!!!!!!!

      • kraehenmutter November 9, 2011 um 13:10 #

        mein inneres kind wollte nur mal sagen: es war schon sonntag.

        jahaaa, hier wird aufgepasst! 😉

  4. leisan November 5, 2011 um 01:31 #

    Ich lese sehr gerne Dein Blog und mit vielen Dingen mit Dir einverstanden. Aber: wenn Du ihn (Deinen Vatatier) liebst, lass ihn nicht so einfach gehen!! Sag ihn, dass Du ihn liebst und wenn das mit seinen Hormonen vorbei ist, Du und Schnurps warten auf ihn. Immer!

    • ECObabe November 5, 2011 um 11:44 #

      Hmmmm….da klopft doch tatsächlich die Romantik an meine geschundene Seelentür 😉 Ich sach mal so: Immer iss vielleicht einen Ticken viel verlangt. Und auf jemand Warten…ich weiß nicht, ob ich an das Konzept glaube. Ich denke, es ist ganz wichtig, jemand „einfach so“ gehen zu lassen -denn es bedeutet, seiner Entscheidung mit dem Respekt zu begegnen, der wirkliche Liebe ausmacht. Ich möchte ja, dass er den Weg geht, der ihn erfüllt – und wenn ich meine Zweifel an der Wegwahl habe, so sage ich das zwar (und habe es auch), aber bin nicht der Typ Mensch, der dann den Großen Wiedereroberungsfeldzug beginnt. Aber da ich ein vielbeschäftigtes Weibchen mit einem WinzWuschel, einem StinkWuschel, einem FullTime-Job, einem Buch in-the-making, einem noch unbepflanzten Garten und einem Ecobabes-Blog bin, ist die Wahrscheinlichkeit recht groß, dass ich auch in einem Jahr noch genau an diesem Fleck sitze und vor mich hin kawüffele. Man(n) weiß also, wo ich zu finden bin. Es sei denn, Amor ist extrem fleissig – das ist natürlich eine nie auszuschließende Möglichkeit, deren Wahrscheinlichkeit allerdings wohl unter der liegt, dass der Schnurps morgen blaue Augen hat 😉

  5. Sabine November 9, 2011 um 21:45 #

    Ach menno. Und das von gaanz unten und mit großen Augen. Gut- mehr klemm ich mir.

    Bei uns war es mit Kind Nr.1 auch knapp vor Aus. Beschissene Geburt, Wochenbettdepri, entflammte AP- Mutter (mit viiiielen Dogmen im Kopf), die nach und nach lichterloh runterbrannte und kurz vor dem Burn Out auch fast noch den Mann losgeworden wäre.

    Habe jetzt, bei der Hege von Kind Nr.2 einige heilige Kühe geschlachtet und alles ist sooo viel besser als beim ersten Mal.

    1. Wir unternehmen nicht mal den Versuch, in einem Bett zu schlafen. Der Mann hat einen zu leichten Schlaf und wacht selbst vom eigenen leisen schnorcheln schuldbewusst auf. Also: Kind Nr.2 (7Monate) und ich im „Ehebett“, Vatta und Kind Nr.1 (3Jahre) im jeweils eigenen Bett im Kinderzimmer.
    Gevögelt habe ich noch nie gern im Bett- irgendwie ist es der Ort zum schlafen für mich und ich mag, wenn ich müde bin, nicht begrabbelt werden. Gevögelt wird auf der breiten Couch im Wohnzimmer. Wenn. Meistens nicht- aus den üblichen und offenbar recht verbreiteten Gründen. Trotzdem versuche ich es, wir machen dates auf der Couch. Das geht dann so: Wollen wir uns Freitag Abend auf der Couch treffen? Das fragt einer von uns beiden und der/ die andere willigt meist begeistert ein. Freitag Abend wird die Heizung bis zum Anschlag gedreht, noch bevor die Kinder ins Bett gebracht werden. Wenn die Brut dann pennt (jeder bringt „sein“ Kind ins Bett), treffen wir uns nackich (diese Regel haben wir mal aufgestellt) auf der Couch. Wir gucken einen Film, essen bergeweise Süßkram, oder quatschen, oder vögeln. Letzteres nicht immer aber immerhin- und schön sind diese dates.

    Dass der deprivierte Mann außerhalb vögelt, ist ein glücklich in unsere Beziehung integriertes Privileg. Wie es dazu kam ist eine längere Geschichte und er tut es (seit 10 Jahren) mit einem Kerl, der übrigens auch Familienvatter von 2 Kindern ist. Nur ahnt dessen Holde so gar nichts davon. Nun entspannt dieses „Arrangement“ alle Beteiligten erheblich (ob sie nun ’ne Ahnung davon haben oder nicht- grins).

    2. Die nächste geschlachtete Kuh (jaja, Vegetarier und Veganer müssen mal über diese Redewendung hinweglesen) betrifft das Stillen und die innere Verpflichtung, immer in Hörweite zum Kind zu sein. Ich habe beschlossen, dass Sünde sein MUSS. Bin spätgebärend habe einfach mal 38 Jahre lang immer das gemacht, was ich wollte. So ganz und gar fremdbestimmt zu sein, macht auf Dauer mürbe, wenn ich nicht mal ’ne Auszeit davon habe. Es reicht, wenn alle Sünden, nach denen mich gelüstet, komprimiert an einem Abend/ in einer Nacht abgearbeitet werden. Das sieht dann so aus: Ich bin zu einer dieser Partys eingeladen, die einer meiner kinderlosen Freunde schmeißt. Das kommt so zweimal im Jahr vor. Der Mann bekommt das Baby auf den Bauch gebunden und alle guten Wünsche zugeflötet, während ich- aufgebrezelt und bestens gelaunt die Tür ins Schloss fallen lasse. Dann erwerbe ich im nächsten Spätkauf Alkohol und eine Schachtel Zigaretten und eile zum Austragungsort der Sünden. Unterwegs frage ich mich kurz, ob ich was vergessen hab, denn ohne Baby an mir dran und Kind an der Hand läuft es sich so ungewohnt. Aber dann: Aus den Augen – aus dem Sinn! Das geht verdammt schnell. Auf der Party passe ich auf, kein einziges Wort über Kinder oder Familie zu verlieren, betrinke mich, rauche, bis mir kotzübel ist, hab allen erdenklichen Spaß und benehme mich wie ’ne 19-jährige. Dann wanke ich irgendwann nach Hause. Der Mann hatte abgepumpte Milch im Kühlschrank und falls nicht, dann hat er eben ne Pulle Pulvermilch zusammengerührt. Die gab es schonmal nach ner fieseren Zahnbehandlung mit längerer Betäubung- das Baby hat die Fälschung weggeschlabbert, als gäb es keinen Unterschied zum Original von Mama. Damals war ich ein bisschen beleidigt aber hey- wenn es mir eine Sündennacht ermöglicht? Her damit! Der Nachteil ist, dass ich dann mit Körbchengröße D dasitze und erstmal leiden muss, weil der Alkohol im Übermaß den Milchspendereflex unterbindet. Abpumpen ist also nicht, sondern Rausch ausschlafen im Zimmer des großen Kindes, der Mann hat ja Nachtschicht beim Baby. Das Flaschetrinken haben wir übrigens ab dem 4. Lebensmonat eingeführt. Einmal die Woche bringt der Mann das Baby mit abgepumpter Milch ins Bett- das übt.
    Am Tag nach der Sünde bin ich vielleicht verkatert, habe aber das Gefühl, Urlaub- vor allem von mir selbst- gehabt zu haben. Geduscht, abgepumpt und glücklich grinsend begebe ich mich gegen Mittag in das Sichtfeld des Babys und wir zelebrieren unsere Wiedervereinigung. Der Mann fällt dann ins Koma.

    3. Die Tragerei habe ich für mich auch entschärft. Nicht die Tragedauer- anfangs so 7 Stunden am Tag, jetzt so oft und so lange, wie es das Baby will, also so 2-4 Stunden täglich. Aber: von Anfang an nur auf dem Rücken- in der Manduca, später mit dem Ergo. Ein Segen! Meine Lendenwirbelsäule hat mir das Tragetuch auf dem Bauch mit gutgenährtem Kind Nr. 1 drin inzwischen verziehen. Damals empfand ich die Tragerei jedoch als höllisch belastend. Jetzt sitzt mein Baby äußerst zufrieden hinten drauf und das ändert ALLES. Ich kann locker den Haushalt schmeißen, Fahrrad fahren, Mann knutschen und dergleichen mehr. Die 10 Kilo auf dem Rücken stören so gut wie gar nicht. Ein weiterer unschätzbarer Vorteil: Ich hab Arme und Hände frei für das große Kind. Das hat uns viiiel Leid und Eifersucht erspart, weil das Baby anfangs einfach gar nicht da zu sein schien. Es pennte auf meinem Rücken und war nicht mal richtig zu sehen. So konnte ich sogar mit dem großen Kind übers Klettergerüst toben und die Rutsche runtersausen.

    4. Windelfrei ist obercool, für uns aber nur in der Lightversion. Ich halte nach dem Schlafen und bei jedem Windelwechsel ab sowie bei Kakasignalen. Ansonsten wird Vollzeit gepampert.

    Ist das jetzt noch so richtig korrektes AP? Ist mir eigentlich wurscht, denn es funktioniert. Ich bin entspannt und das Baby auch. Seit ich dem Perfektionismus den Mittelfinger zeige, geht es allen besser, auch der Beziehung.

    • ECObabe November 11, 2011 um 16:00 #

      Booooaaaah, bin begeistert, Das verdient eine längere Antwort. Die wird auf morgen verschoben.

  6. Armin November 12, 2011 um 23:10 #

    Hey Wo ist denn der Facebook Like Button? 😉

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