Vom Fehler Machen

1 Nov

Ich verabscheue es, nicht perfekt zu sein. Wenn ichs mal nicht bin, tue ich trotzdem gerne so. Meine These ist, dass es vom UnglücklichenElternKeinen Weiteren AnlassZur SorgeGeben-kommt, aber bitte, das ist jetzt schon ’ne ganze Weile her und es gibt ja auch noch so was Feines wie ErwachsenWerden. Hätte ich mal Zeit, mich mit meinem inneren Kind hin zu setzen und ihr übers virtuelle Haar streichelnderweise zu sagen, dass es okay ist, Fehler zu machen, würde vielleicht alles besser.

Da aber der äußere Schnurps ebenfalls seine ganz und gar nicht virtuelle Lockenpracht betätschelt haben möchte (und noch so einiges mehr), muss dieser introspektive Ausflug noch ein Weilchen warten und ich es weiterhin hassen, Fehler zu machen. Wobei natürlich mein Kopf weiß, dass Fehler machen zum Leben gehört, weil es die Voraussetzung für Lernen durch Erfahrung ist bli,bla,blubb, woraufhin ich mich jeflecht direkt noch eine Runde mehr in den voluminös gewordenen Arsch beisse, dass ich den Fehler begehe, das Fehler begehen zu hassen. Ihr seht, wohin das führt.

Die ganze Nummer hat sich gigantonomisch potenziert, seit der Schnurps da ist. Dieses Portiönchen blanker Unschuld, dieses unbeschriebenste aller Blätter, dieses wohlriechende Tabula Rasa, das einfach keine Fehler machen kann. Und ich dafür mit jeder Entscheidung, die ich für ihn treffe, Quadrillionen mal soviele.

So richtig in die Fresse gehauen hat mich diese Erkenntnis bei folgender Gelegenheit. Die wenigen Mütter in meinem Dunstkreis haben alle Pekip-Kurse gemacht. Und weil ich ja auf nackich spielen stehe (Ihr wißt ja, je anzüglicher die Witze, desto karger die Wirklichkeit), kam mir das immer ganz toll vor, lauter blankgezogene Schnurpse, die bei tropischen Temperaturen übereinanderpurzeln und nebenbei noch auf „spielerische“ Art und Weise motorisch „gefördert“ werden. Natürlich hätte mich das „auf spielerische Art und Weise“ schon stutzig machen sollen, denn sowas steht gerne mal auf Toys’rUs-MonsterPlastikDreck, aber nein, ich war überzeugt. Habe mir dann folgendes Buch gekauft,

    und von Anfang fleissig mit dem Schnurps rumgeturnt. Was er total geil fand. Und irgendwann streckt er  mit die Hände entgegen, ich halte meine Zeigefinger hin und schwupps, sitzt das Kind. Ich hab‘ dann nochmal meinen Kinderarzt gefragt, ob das okay ist und der sagt, klar, wenn er von alleine sitzen bleiben kann, kein Problem. Nur: Da konnte er sich noch nicht mal vom Bauch aufn Rücken zurückdrehen und aufm Bauch liegen bleiben fand er eh ganz ekelich. Macht nix, dachte ich mir, Sitzen ist ja viel cooler für ihn, und ab da durfte er einfach immer sitzen, wenn er es anzeigte, und irgendwann wars das erste, was ich getan hab nachm Tragetuch, statt ihn hinzulegen und zu warten, ob ers überhaupt wollte. Aber er liebt es zu sitzen, und aufm Po nach vorne zu robben.

Alles klar, dachte ich und machte mich auf die Suche nach ’nem PEKIP-Kurs. Nur waren die irgendwie alle belegt oder irre weit weg. Das Nächste war ein FENKID-Kurs. Und weil ich das dazugehörige Haus und seine Ermöglichung hausgeburtlicher Betreuung eh sehr schätze, bin ich halt dahin gewandert (und bin jetzt noch dort).

Vorher hab‘ ich natürlich noch büschen recherchiert, wie es in meiner Natur liegt. Basieren sollte das FENKID-Konzept auf

  • Maria Montessori
  • Emmi Pikler
  • Elfriede Hengstenberg
  • Jesper Juul

Alles sehr feine Leute, nur die Frau Pikler kannte ich nicht, woraufhin ich mir in der wunderbarsten Buchhandlung ever folgendes Werk bestellt habe:

 UND MEINE WELT ZUSAMMENGEBROCHEN IST

Denn die Frau Pikler hat mir glasklar vor Augen geführt, dass jedes Kind eine ureigenste, motorische Entwicklung durchmacht, die in sich völlig abgerundet, perfekt und genau richtig getimt ist, und dass wir nichts tun müssen, als unseren Kindern den Respekt zu erweisen, sich auf die ihnen inne wohnende Art Stückchen für Stückchen motorisch entfalten zu dürfen.

Sprich, legt sie auf den Rücken, umgebt sie mit sinnlichen Eindrücken (inkl. Spielzeug) und lasst sie sich auf die Seite/den Bauch/zurück etc. drehen und robben, wenn sie bereit dafür sind. Schau ihnen liebevoll dabei zu, spiele mit ihnen in dem Stadium, in dem sie sind, aber dränge sie nicht in ein Anderes. So können sie mit Lust völlig autonom ihren eigenen motorischen Weg gehen.

Und wie ich das lese, und mir die entsprechenden Daten, Bilder und Zeichnungen anschaue, macht das alles mehr und mehr Sinn. Und ich fühl‘ mich scheusslicher und scheusslicher. Ich habe einen Fehler gemacht. Ich habe der aus ihm selbst kommenden Entwicklung des Schnurps vorgegriffen, weil ich ihn näher zu mir hin, ins Erwachsensein, in die Vertikale ziehen wollte. Und ihn so der Erfahrung ausgesetzt, in einer Position zu sein, in die er nicht alleine hinein gekommen ist, und nur sehr „künstlich“ alleine wieder heraus kommen kann. Eine Erfahrung der Abhängigkeit statt der Freiheit – etwas, was mir selbst extrem zuwider ist. Ich habe es getan, weil ich nicht genug nachgedacht habe. Weil ich nicht achtsam war. Nicht empathisch. Nicht mit seinen Sinnen gehandelt und deshalb auch nicht in seinem Sinne gehandelt habe, sondern in meinem.

Jetzt versuchen wir, zurückzukehren in den Zustand der motorischen Unschuld. Was ja immer unmöglich ist (einmal ist kein Mal, kann eben keine Jungfrau sagen und es bleiben). Das der Schnurps vertikale Luft geschnuppert hat, machts nicht gerade einfacher…also ist bis mittags am Boden liegen, drehen, wenden etc. angesagt und nachmittags Sitzen. Puuuuhh.

Und ich mache mir solche Vorwürfe. Ich hasse es ja schon, Fehler zu machen. Aber ich HHHHHHHHHHHHHHHAAAAAAAAAAAAAAASSSSSSSSSSSSSSEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEE es, Fehler auf Kosten des Schnurps zu machen. Und es werden noch so viele kommen. Das bedeutet Mutter sein wohl auch, mit dem Risiko leben zu müssen, das Falsche zu tun, in dem Glauben, es sei das Richtige. Und sich verzeihen lernen, weil kein Schnurps was von einer sich selbst zerfleischenden Mutter hat (obwohl, einen sichereren Weg zum Veganertum gibt’s wohl kaum, hi,hi) (Booooaaa, war der schlecht).

Oh Mann, unkompliziert ist die ganze Sache nicht. Hat aber wohl auch noch keiner behauptet.

13 Antworten to “Vom Fehler Machen”

  1. jaris November 1, 2011 um 21:03 #

    zuerst mal. ich lese deinen blog suuuuuuper gerne!

    fehler ergeben sich nur, weil sich die erde weiter dreht und sich alles in bewegung befindet. die entwicklung ist das einzige was man nicht stoppen kann. deswegen ist das, was heute richtig ist, morgen eventuell falsch. das ist doch ein trost oder? du brauchst dir doch heute nur sagen, du machst alles nach deinem BESTEN wissen und gewissen. morgen schon kannst du dich dafür entschuldigen, weil der kenntnisstand ein anderer ist.

    ein beispiel: in der ddr wurden die mütter desinformiert und haben ziemlich kurz gestillt oder gar nicht gestillt. alles halb so wild, wenn die mütter von damals nicht auf ihrem standpunkt beharren würden. sie könnten doch zumindest den heutigen kenntnisstand schätzen und zugeben, dass sie aus heutiger sicht anders handeln würden! und das reicht doch dann auch schon. niemand ist perfekt. ich kanns nicht leiden, wenn leute dinge verteidigen, die nicht (mehr) korrekt sind, nur weil sie einfach nicht eingestehen wollen, dass sie dann ja einen fehler gemacht hätten.

    kürzlich fragte ich meine oma, ob sie denkt, dass sie bei ihren kindern alles richtig gemacht habe. die frage ist doch eigentlich schon rhetorisch?!? naja sie antwortete, dass sie denkt, dass sie alles richtig gemacht hat *grübel*. meine mutter (ihre tochter) erzählte mir letzte woche, dass es zum frühstück früher immer kuchen gab *kotz*. na da hat meine oma ja alles richtig gemacht und ich mache einen großen fehler, denn ich verwehre meinem krümel den morgendlichen kuchenbasar 😛

    vorschlag: du kannst ja am ende des tages immer drei gute und eine schlechte sache aufschreiben, das habe ich auch vor und es passt so gut zu deinem post. da zitiere ich passenderweise auch gleich mal aus der 11/2009:

    „Doch wenn gute Gefühle ausreichen, um uns zu Überfliegern zu machen: Welche Rolle spielen dann schlechte Empfindungen wie Neid, Hass, Misstrauen, Angst oder Kummer? Sollten wir versuchen, diese Emotionen aus unserem Leben zu verbannen? Barbara Fredrickson konnte durch eine Reihe aufwendiger statistischer Verfahren etwas Erstaunliches zeigen: Es ist nicht das Fehlen negativer Gefühle, das Menschen erblühen lässt, sondern ein optimales Verhältnis von guten zu schlechten Emotionen. Es gibt in unserem Gefühlshaushalt einen tipping point, einen Wert, ab dem wir einen fundamental neuen Zustand erreichen , erklärt sie. Dieser Wendepunkt liegt bei einer positiven Ratio von 3:1 wer darüber liegt, erblüht. Mit anderen Worten: Sobald wir regelmäßig dreimal häufiger positive als negative Emotionen erleben, haben wir unser Ticket ins Reich des Flourishing gelöst. Offenbar funktioniert unsere Seele also wie ein präzise konstruiertes Segelboot: Es lässt sich am besten durch die Wellen lenken, wenn der Mast genau dreimal länger ist als der Kiel, der dem Boot unterhalb der Wasserlinie die nötige Stabilität verleiht. “

    wenn du abends versuchst bilanz zu ziehen, wirst du tagsüber auch mehr nach guten dingen suchen um die schlechten (fehler 😉 ) in dreifacher ausfertigung zu killen! und du wirst AUFBLÜHEN! na wenn das keine guten aussichten sind.

  2. bauchundnase November 1, 2011 um 21:37 #

    Ich lese hier immer wieder gern und amüsiere mich vor allem über deine herrlich offene Art zu schreiben. …
    Nur ganz kurz … dir ist aber schon bewusst, dass die ersten Kinder nun mal die Kinder sind, an denen wir „herumprobieren“. Man hat so wenig einen Plan beim ersten Kind …. nein, das stimmt so nicht … man hat einen scheinbar perfekten Plan, nur leider passen in den seltensten Fällen die Kinder zu dem Plan. Das ist das eine … und wie willst du wissen, dass du Fehler vermeidest, wenn du sie nicht einmal gemacht hast. Und ja, leider auch auf Kosten der Kinder.
    Ach ja …
    Aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen, dass es Tragetuchkinder lieben, aufrecht zu sein, egal wann, egal zu welcher Zeit, hauptsache sie sehen was. Selbst meine so konsequente Schwiegermutter ist an diesem Hang gescheitert und stopfte dem lieben Kindelein den Einkauf unter den Rücken, damit das Kind, welches liegend im Kinderwagen schrie wie blöd, sich endlich beruhigte, weil es endlich was gesehen hat. 😉
    Und die Art, sich im Sitzen vorwärts zu bewegen ist eben EINE Art sich vorwärts zu bewegen. Machen nur ein paar wenige Prozent der Kinder, andere krabbeln, robben oder tun, was andere Kinder tun, und eben soundsoviel wenige Prozent der Kinder Sitzkrabbeln po-rutschend. Warum sie das tun weiß kein Mensch …. vielleicht weil sie eben so den besseren Überblick haben. 😉
    Und den Vorschlag von Jaris finde ich nachahmenswert. Geht sicher auch bei älteren Kindern. (maldrübernachdenk)

    • Shiva November 1, 2011 um 22:07 #

      Hallo,
      ich kann sehr gut nachempfinden was Du fühlst, mir geht es oft genauso. Mein Sohn ist jetzt knapp 2,5 und ich habe rückblickend jede Menge „Fehler“ gemacht. Das liegt einfach schon darin begründet das ich mich in den letzten 2,5 Jahren intensiv belesen und mich damit auch praktisch auseinandergesetzt hab. Vor seiner Geburt hat mich das einfach nicht interessiert und von AP hatte ich noch nie etwas gehört. Jetzt verändert sich meine Denkweise regelmässig und somit auch die Art wie ich mit meinem Sohn umgehe. Ich denke das ist vollkommen normal.
      Obwohl ich manchmal gern noch mal von vorn anfangen würde mit ihm, angefangen mit der Geburt bis heute. Ich würde vieles anders machen. Aber das ist nun mal unmöglich und wahrscheinlich auch nicht nötig. Denn wenn ich mir meinen Sohn heute anschaue, dann ist er genau so wie ich ihn haben wollte. Er passt perfekt zu mir (warum wohl?) und ist mit all seinen Macken das tollste Kind was ich mir wünschen könnte. Also kann es so verkehrt auch nicht gewesen sein was ich mit ihm gemacht habe! 😉

      LG Shiva

      • ECObabe November 4, 2011 um 19:32 #

        Das ist wohl das große, große Wunder – so lang wir nur eine Sache richtig machen, nämlich die Schnurpse BEDINGUNGSLOS LIEBEN, gleichen sie alle unseren anderen Fehler wieder von selbst aus. Das ist sehr tröstlich.

    • ECObabe November 4, 2011 um 19:46 #

      Ha – das ist eine echt schlaue Erklärung, das mit dem Tragetuch. Danke dafür – und für das liebe Kompliment. es erscheint immer ein bisschen irreal, dass mein textliches Rungewurschtel tatsächlich jemand da draußen liest&mag (keine Kokettiererei, sondern echte Verwunderung), und umso mehr freut es mich, das zu hören.

  3. jaris November 1, 2011 um 22:01 #

    da fällt mir ein, dass ich das pekip buch auch habe und einige sachen auch mit meinem krümel gemacht habe. ich meine mich aber zu erinnern, dass da drin stand, dass man nur die eigenbewegung des kindes unterstützt. ich mochte die spiele mit dem wasserball. das ist doch kein soooo großer fehler 😉 immerhin kommt dein zwerg ja auch nicht alleine ins tragetuch, oder? ist es deswegen falsch, ihn da rein zu tun und ihm die welt zu zeigen? als mein krümel sich das erste mal alleine hingesetzt hat (ich glaube es war so mit 9 oder 10 monaten), habe ich das dann aber auch gleich ausgenutzt und ihn von da an viel hingesetzt. ich hatte schon so sehnsüchtig auf diesen moment gewartet. heute wünschte ich er würde wieder „nur“ robben 😉 denn jetzt muss ich ständig hinter ihm her flitzen und aufpassen, dass er unsere wohnung nicht über das wohnzimmerfenster verlässt, weil da gerade mal ein stuhl zum klettern daneben steht *hui*. glaub mir, das hinsetzen ist nur dann ein problem, wenn du es als besonders wertvoll verkaufst. aber du hast den fehler erkannt, bereits an diesem punkt scheitern so viele. sie erkennen ihre fehler ja noch nicht mal und drücken ihrem 8 monate altem kind nen lolly in die hand *juchu* (hoffe jetzt natürlich nicht in ein fettnäpfchen getreten zu sein). und weil schon mal beim thema sind: mach bloß nicht den fehler und renn die ganze zeit mit gebücktem rücken mit deinem lauflernkind an der hand rum. lass ihm die zeit ganz alleine laufen zu lernen *besserwisserischGuck*. sorry, das konnte ich mir nicht verkneifen ;P humor ist wenn man trotzdem lacht…

    • ECObabe November 4, 2011 um 19:34 #

      Wie, ist das etwa ein Problem, dass er jeden Morgen Zuckerwatte zum Frühstück kriegt????? Danke für deine tröstlichen Worte, ich nehm‘ sie mir zu Herzen. Ich glaub eh, der reitet erstmal den Hund zu, bevor er laufen lernt…

      • jaris November 4, 2011 um 21:22 #

        aber wie soll er denn auf den hund raufkommen??? setzt du ihn auf das hündchen drauf 😉

  4. Anne November 2, 2011 um 11:01 #

    „Ständig machen Eltern Fehler. Juuls halb ernst gemeinte Faustformel: 20 Fehler am Tag sind okay, ab 50 sollte man dringend familientherapeutische Hilfe ergreifen.“ oder „Perfektion bekommt keine Kinder“
    (Quelle: http://www.rowohlt.de/magazin_artikel/Jesper_Juul_Familientherapie_aus_Daenemark.2798390.html). Juul hast du bestimmt schon gelesen? Ich empfehle gern: Grenzen, Nähe und Respekt.
    BTW:Spannendes Blog, macht Spaß zu lesen!

    • ECObabe November 4, 2011 um 19:30 #

      Dankeschön 😉 Ja, ja, der Juul…ich vertrete ja die These, dass issn Kollektiv – unmöglich kann doch ein so gemütlich-bescheiden aussehender Mann so verdammich schlau sein…oda?

  5. Nicola November 4, 2011 um 05:16 #

    Auch von hier: Relax. Es ist nichtmal klar, ob das ein Fehler ist.

    Bei uns ist zwar derzeit Frau Pikler „in“. Aber sie arbeitete vor dem Hintergrund einer Zeit, in der man Babys und Kindern keinerlei Körperbewusstsein und Eigeninitiative zusprach. Pikler hat diesen Geist bekämpft und ihren Heimkindern sicher sehr gut ermöglicht, sich zu entwickeln – auch ohne ständige Verfügbarkeit einer Bezugsperson. Ihr Ansatz war damals revolutionär, aber eben auch auf Waisenhäuser abgestimmt (Schlüssel Betreuer: Baby 1:6-8). Ob man ihre Ideen 1:1 auf Familien zu übertragen kann, ist umstritten. Sie war z.B. auch gegen das Tragen der Kinder, weil es die körperliche Autonomie einschränkt. Heutige Forschungen zeigen, dass sie sich da schwer geirrt hat.

    Ich bin mir sicher, dass der Schnurps von dir nicht ständig an eigener Entwicklung gehindert wird :). Und selbst wenn du dem Sitzen vorgegriffen hättest, ist das nur ein klitzekleiner Stein auf eurem Weg ins große Schnurps-Leben. Wenn die Kids älter sind, wird einem klarer, dass Details zwar wichtig sind, dass Kinder aber auch sehr robust sind (wie Juul sagt) und viele „Fehler“ ihrer Eltern ausgleichen können. Möglicherweise zählt am Ende eher die Summe als das Detail.

    • jaris November 4, 2011 um 09:27 #

      nicola hat sooo recht mit der summe der details!

  6. palü Dezember 11, 2011 um 20:17 #

    haha, ja, der emmi-pikler-effekt, den hatte ich ganz genau so auch! nur dummerweise bin ich mit gleich zwei kinder gesegnet, die nie krabbelten oder rollten oder sonstwas motorisch sinnvolles machten. sie sind mit 18 bzw. 20 monaten ganz cool aus dem nichts heraus aufgestanden und losgelaufen und das wars. und vorher wurde ich auf dem frontverlauf zwischen der piklerlogik und der scheiß-kinderförderungslogik geradezu zermalmt. eine krippenerzieherin meinte sogar, die kinder würden sich nicht bewegen, weil zu hause zu wenig platz sei und wir sollen doch mal (blablabla).

    für andere eltern ist emmi pikler aber bestimmt uneingeschränkt angenehm. find ich toll, dass andere eltern sowas auch lesen und diesen gedankengang teilen.

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