Das Fest der Liebe

27 Dez

Es ist vorbei. 02:37 am 27.12.,  Schnurps schnarcht und hat überhaupt insgesamt erfolgreich sein erstes Weihnachten verschlafen. Aber schön wars. Habe das bißchen Familie zusammengekratzt, das Vatatier&ich aufzuweisen haben plus liebe Freunde eingeladen und geschmaust. War genauso herzerwärmend & entspannt & von Zuneigung erfüllt, wie es sein soll, Trennung hin oder her. Puuuuh.

Und mir selbst hab‘ ich ein paar Lese- und Denkstunden im Café geschenkt. Tätärätäää!!!! Und da ich gerade zu faul bin, die sagenhaften fotografischen Aufzeichnungen meiner veganen Muffins & meines selbst gebastelten Spielehauses hochzuladen und zu kommentieren (kommt noch), kriegt Ihr büschen was Philosphisches um die Mütterohren geblasen. Meine Caféhaus – Lektüre war dieses hier:

Spannend. Vieles, was mir Dinge klarer gemacht hat, die ich eh schon be-dacht, aber nicht ausformuliert hatte, einiges, was mir zu historisch verhaftet erschien, wieder mal eine Erinnerung an den unermesslichen Wert des Augenblicks, besonders nachdenkenswert: die sinnvolle, gedankliche Trennung von Liebe und Sexualität, Beziehung, Ehe.

Das Fest der Liebe ist ein wunderschöner Ausdruck, finde ich. Ich feiere es jeden Tag, seit der Schnurps nach seiner Ehrenrunde in der Geburtswanne zwischen meinen Brüsten gestrandet ist und mich mit seinen riiiiiiiiiiieeeeeeeesigen Augen angeguckt hat. Ich hatte das Glück, sofort und unentrinnbar in absoluter Liebe zu meinem Kind zu entflammen – aber wann immer es uns erwischt, beim ersten Bauchdeckengetrommel und erst nach sechs Monaten… mir ist bei der Lektüre wieder mal klar geworden, was unsere Mutterliebe eigentlich bedeutet.

Sie ist absolut einzigartig in ihrer puren BEDINGUNGSLOSIGKEIT.

Selten wieder im Leben werden wir diese Art der absoluten Liebe erleben – weil es Erwachsenen in ihren Matrizen an Wünschen&Erwartungen nun einmal schwer fällt, bedingungslos zu lieben. Aber das ist auch völlig in Ordnung, denn mit dem unerschöpflichen Proviant der Mutterliebe im Rucksack können wir auch in kargeren Landschaften glücklich zu werden. Weil wir dann schon wissen, dass wir liebenswert sind. Und es deshalb nicht mehr zur Aufgabe unseres Partners machen, uns dies Tag für Tag beweisen zu müssen.

Die Schnurpse können nur problemlos die Liebe geben, die sie selbst empfangen haben. Alles anderes müssen sie sich mühevoll erkämpfen, später im Leben, mit gescheiterten Beziehungen, zähen Therapiestunden, Rumgewühle in der Vergangenheit – und was dergleichen qualvolle Strategien mehr sind, um als Erwachsener die Liebesfähigkeit zu erlernen, die wir als Kinder völlig mühelos durch reine Hingabe unserer Eltern hätten aufsaugen können.

Aber da ist noch etwas, über das eigene Glück hinaus.

Liebe scheint mir einer der wichtigen , wenn nicht der wichtigste Schlüssel zu einem echten, alternativen System zu sein, das Konsum & reinen Kapitalismus, Naturzerstörung und menschlicher Entfremdung etwas entgegenzusetzen hat. Liebe ist Gnade – sie entzieht sich der Ökonomie, sie hat keinen Preis und ist dabei das Wertvollste auf der Welt, sie wächst, in dem wir sie verschwenden (die EINZIGE Ressource der Welt, die das von sich behaupten kann), sie ist nicht käuflich und, und, und. Wer Liebe erfahren hat und sie deshalb geben kann, ist schlicht immuner gegen alles, was unseren Planeten zerstört – und muss gleichzeitig nicht durch Millionen aberwitziger Kompensationshandlungen ein bodenloses inneres Vakuum füllen, ein Verhalten, dass dem Konsumismus überhaupt erst seine Nahrung gibt.

Deshalb: liebt, liebt, liebt. Feiert das Fest der Liebe mit den Schnurpsen, jeden Tag & jede Nacht. Lasst die Wäsche stehen und den Boden klebrig, und suhlt die Schnurpse in Zeichen Eurer bedingungslosen Zuneigung (und dass ich damit nicht grenzenlose Geduld, totale Ich-Aufgabe und dergleichen masochistischer Praktiken mehr meine, ist geschenkt).

Wahnsinnigerweise kann den Job kein anderer machen (bzw. streng entwicklungspsychologisch schon, aber Ihr wißt, was ich meine) als WIR. Was umgekehrt mal wieder bedeutet, dass es an uns ist, die Welt zu retten. Aber das war ja eh klar. Oder?

Eine Antwort to “Das Fest der Liebe”

  1. ba3by Januar 10, 2012 um 11:03 #

    Hallo,

    Geht es Dir/Euch gut ?
    Ich freue mich immer, wenn es von Dir wieder was zu lesen gibt.

    Alles Gute für Dich!!!!!!

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