Me & My Ecobabesophie

Dieser Blog ist entstanden, weil ich meinem Kind ein Leben im Einklang mit sich selbst, uns und der Natur schenken möchte, und zwar von Anfang an.

Auf der Suche nach Wegen dorthin bin ich auf soviele wunderbare, Sinn machende, nützliche und lustige Praktiken und Einsichten gestossen, dass etwas in mir mich drängt, sie zu teilen. (Manche davon lassen sich einer umfassenderen Praxis zuordnen – wie dem Attachment Parenting, zum Beispiel – aber ich selbst hänge keiner „Schule“ der Kindererziehung an.)

Ich wünsche mir nur, dass mein Kind die tiefe Verbundenheit und liebevolle Zugeneigtheit, die es der Natur und seinen Mitmenschen gegenüber auf diesen Planeten mitgebracht hat, nicht verliert – sondern im Gegenteil, noch vertiefen kann. Und ich frage mich jeden Tag, wie ich ihn dabei unterstützen kann. Die Antworten, auf die ich stoße, sind manchmal obskur, manchmal trivial, schrammen manchmal haarscharf am Metaphysischen vorbei, stecken manchmal knietief in der Esoecke und sind manchmal extrem wissenschaftlich. (Eins allerdings haben sie alle gemeinsam: Sie laufen immer am Mainstream vorbei. Erschreckend.)

Ich bin überzeugt davon, dass unsere Welt, die so kurz vor dem ökologischen und ökonomischen Abgrund steht, kleine Menschen braucht, die behutsam und mitfühlender an sie herantreten. So einen kleinen Menschen er selbst werden zu lassen, das sehe ich als meine Aufgabe.

Deshalb: ECObabe. Ein ECObabe ist ein kleiner Mensch, der mit soviel bedingungsloser Liebe, menschlichem Respekt, heiterer Gelassenheit, ökologischer Nachhaltigkeit, skeptischer Unkonventionalität und leidenschaftlicher Neugier beim Wachsen begleitet wird, dass er später die Natur und seine Mitmenschen als erhaltenswerte, wundervolle Wesen begreift – und keinen Anlass sieht, ihnen durch sinnlosen Konsumismus die Lebensgrundlage zu entziehen.

Ein bißchen was zu mir…

Ich bin zu meinem Kind gekommen wie die Jungfrau…ähem, zum Kinde. Ich bin mit 38 Jahren schwanger geworden, mit einem Mann (jetzt der Mann in meinem Leben), der von sich dachte, er sei unfruchtbar – ganz im medizinischen Ernst. Ich habe studiert, und bin freie Beraterin für nachaltige Kommunikation, also der AkademikerinnenKlassiker.

Ich habe gearbeitet, im Ausland gelebt, hatte längere, aber komplizierte und deshalb kinderfreie Beziehungen, und irgendwie gingen die Jahre so ins Land und wiewohl ich Kinder immer sehr mochte, war da nie der Moment, wo mal einer zu mir gesagt hätte „So, Schnecke, was soll’s, wir werfen jetzt, und das wird schon alles“.

Bis zu dem Morgen, als ich mit dem Schwangerschaftstest aufm Klodeckel saß und dachte – Okay, wie ist DAS denn jetzt passiert? Du hattest Deine Tage, wir haben verhütet (wenn auch eher halbherzig), der Mann – denn Du übrigens ganze FÜNF!!!! Monate kennst – hat schlappe Spermien, Du bist empfängsnistechnisch uralt…und schwanger. Bumms. Und dann hat sich eine riesige Glückswelle in mir aufgebaut, ist über die Ufer getreten und hat mich in ein zittriges, von Wärme überschwemmtes Freudenbündel verwandelt, das heulend und verschnieft dem Lauf der Dinge auf Knien gedankt hat. An anderer Stelle schreibe ich mal auf, wie ichs dem Mann gesagt habe, und wie unser gemeinsamer Entscheidungsprozess ablief, dieses große Abenteuer gemeinsam zu wagen.

Hier sei nur gesagt, dass ich mir vorgenommen habe, meine ganzes Wissen, meine Erfahrungen, meine spirituellen und philosophischen Einsichten, also meine ganzes Sein, Herz, Hirn und Seele in das Glück dieses kleinen Wesens zu investieren – und in das seiner Geschwister, sollte das Glück uns hold sein.

Ich bin seit vielen Jahren Vegetarierin, war auch lange vegan, und beschäftige mich sehr intensiv mit Ökologie und der Beziehung von Mensch und Natur und Mensch zu Mensch – also Ethik und (gewaltfreier) Kommunikation. Damit einher geht eine radikale Kritik am Kapitalismus in seiner gegenwärtigen Form, den sozialen Ungerechtigkeiten, die er hervor bringt und an einer Definition von Wohlstand, die an Wachstum gekoppelt ist. Das klingt sehr theoretisch, ist aber völlig praktisch gemeint.

Und ich wusste gleich, dass ich versuchen möchte, meinem Kind Perspektiven und Denkweisen anzubieten, die ihm eine andere, bessere Welt eröffnen, als unsere Gegenwärtige es ist. Dieser Blog berichtet von der Umsetzung dieser Ideen.

Ich wünsche mir, von anderen Menschen zu hören, die ähnliche Ziele haben. Oder die das ganze für großen Schwachsinn halten, und mir mitteilen mögen, warum.

_________________________

Im Folgenden werd‘ ich auseinanderdröseln, was unsere ECObabesophie ausmacht, wie sie entstanden ist, wo unsere Inspirationen herkamen & kommen usw – quasi eine „Metareflektion“ unseres Lernprozesses… ein ongoing project also !!!
Wie schon anderorten gesagt, hänge ich keiner EINEN Philosophie an, was das Wachsenhelfen vom Schnurps angeht. Ich habe mir aus vielen verschiedenen Ansätzen die herausgepickt, die für mich Sinn machen und experimentiere nun damit herum. Aber irgendwann habe ich festgestellt, dass all die resultierenden Praktiken einander systemisch ergänzen.

Im Einzelnen bestehen sie momentan aus Folgendem (allerdings: nicht immer kriegen wir alles davon hin 😉

– der Schnurps ist nie allein, sondern immer bei uns, im konstanten Körperkontakt – entweder im Tragetuch, im selben Bett oder auf dem Arm – Tag und Nacht.

– wir teilen uns die Zeit, die wir mit ihm verbringen, auf  (sein Vater hat die Elternzeit genommen, ich arbeite von zuhause), so dass er uns Beide als permanente Einheit wahrnimmt.

– es gibt nichts, was er nicht darf, denn wir glauben fest daran, dass er von sich aus alles genauso macht, wie es gut für ihn und uns alle ist (ob das für jedes Alter gilt, ist eine andere Frage; ich spreche jetzt mal vom ersten Jahr).

– wir sprechen mit dem Schnurps wie miteinander, beschreiben ihm die Welt und alles um uns.

– wir sehen täglich, dass der Schnurps über vielfältige Mittel der Kommunikation verfügt, die nonverbal, aber nicht weniger ausdrucksstark und präzise als Unsere sind. Es ist an uns, diese seine Sprache zu lernen, so wie er eines Tages die Unsere lernen wird. Desweiteren glauben wir an seine absolute, mitgebrachte Sozialkompetenz.

– Schnurps wächst windelfrei auf – weil er uns mitteilt, wann er muss und es deshalb keinen Grund gibt, ihn in seinen Exkrementen liegen zu lassen und in seiner Bewegungsfreiheit und seinem Körpererleben einzuschränken.

– wir versuchen, den Schnurps nicht zu einer grösseren Belastung seiner Umwelt werden zu lassen als notwendig – abgesehen von der Windelfreiheit bedeutet das bisher: nur Second-Hand-Kleidung (ich weiß, auch diese war mal neu…), keine Abkehr vom Vegetariertum seinetwegen, nur selbstgemachtes, kunststofffreies Spielzeug, keine unnatürlichen (chemischen) Pflegemittel

– meine Schwangerschaft und seine Geburt fanden ohne Medikamente, un-pathologisiert und in friedlicher, durch nichts zeitlich unter Druck stehender Atmosphäre im Geburtshaus statt.

– er wird solange und so oft gestillt, wie er mag.

– er wird nicht unreflektiert zum Opfer der Pharma- oder Lebensmittelindustrie. Ws ich damit meine, lest Ihr hier.

– er schläft, wenn er müde ist, und bleibt wach, wenn ihm danach ist.

UND SO FING ALLES AN……

Als ich den Klodeckel wieder verlassen hatte, auf den mein Schwangerschaftstest mich niedersinken ließ (mehr dazu an anderer Stelle 😉 fing die ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Kinderkriegen an.

Ich wußte nur von vielen Dingen, wie ich sie NICHT machen wollte – nun ging die frenetische Suche nach Alternativen los.

Gelobt sei das Internet, wirklich. Es hat seine finsterenAbgründe, aber auch alles erhellende Gipfel, und auf so einem ist mir dieses Buch in die virtuellen Hände gefallen:

Es hat unser aller Leben verändert, meins, das des Vatertiers und vor allem das Schnurps. Und wie oft kann ein Buch das von sich behaupten?

Bevor der Aufschreie viele sind: Nein, ich stimme nicht jeder Zeile zu, die Madame Liedloff schreibt, vor allem nicht im letzten, psychoanalytischen Teil – aber sie sind alle bedenkenswert. Was mich dieses Buch aber gelehrt hat, sind drei grundlegende Dinge:

  1. Unsere Befähigung zum Glücklichsein wird geprägt vom ersten Lebensmoment an, und ist zu einem wesentlichen Teil mit dem Ende der „Babyzeit“ abgeschlossen.
  2. Ist sie bis dahin nicht entwickelt, kostet es unverhältnismäßig mehr Mühe, sie noch zu erlernen.
  3. Ich als Mutter kann unendlich viel dafür tun, dass mein Kind eine ausgeprägte Glücksfähigkeit entwickelt. Die Voraussetzung dafür ist die Bereitschaft, alle, aber auch alle Konventionen hinsichtlich dem Austragen, Gebären und Umgang mit Babys in Frage zu stellen.

Bevor ich überhaupt wusste, was Attachment Parenting ist, hat mich dieses Buch überzeugt, den Schnurps

  • zuhause oder an einem geborgenen Ort zur Welt zu bringen
  • niemals allein zu lassen, auch nicht nachts
  • im Tuch an meinem Körper zu tragen
  • in Windelfreiheit wachsen zu lassen
  • mit allem und jedem spielen zu lassen, auf das er neugierig ist
  • in meine WG zu integrieren (unabhängig von meiner Liebe zum Vatertier)
  • solange meine Milch trinken zu lassen , bis er von selber nicht mehr mag

LEST ES!!!! Auch wenn Ihr danach alles anders macht. Lest es nur aus Prinzip, um Euch klar zu machen, dass Kinderwägen, Windeln, Kernfamilien, Abstillen, eigene Kinderzimmer und viele ander Dinge eben nur Optionen sind, KEINE Notwendigkeiten. Die vielleicht (ich drücke mich vorsichtig aus) nicht mit dem besten Wohl des Kindes im Hinterkopf entstanden sind.

… to be continued…

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6 Antworten to “Me & My Ecobabesophie”

  1. Julia September 14, 2011 um 21:58 #

    Was für ein wunderschöner Blog! Danke!!!
    ich hab auf dich verlinkt, leider können mein Blog und ich diese Backlink-Geschichte noch nicht, deswegen so. 😉 http://www.draussenkinder.net/?p=235

    • ECObabe September 15, 2011 um 07:27 #

      Auch ich danke. Und was für ein UNGLAUBLICHER Zufall, wollte ICH doch eigentlich DICH für eine neue „Serie“ anschreiben wollte, in der ich Menschen interviewen möchte, die zu wichtigen Themen mutvoll gegen den Mainstream andenken & schreiben, sprich zu alternativer Schwangerschaft & Geburt, Bonding, Windelfrei, Babys & Spiritualität, Homeschooling und dergleichen….habe Deine Bücher und Deinen Verlag schon länger bewundert, auch die Vielseitigkeit Deiner Aktivitäten und die schön gemachten BuchCover, großes Kompliment dafür!!. Du findest meine konkrete Anfrage gleich in Deinem Mailpostfach…freu mich!!!!!!!!!!!!

  2. Bianka Februar 10, 2012 um 08:10 #

    Hallo EcoBabeMama,

    auch ich hab dich verlinkt (und wie Julia keine Ahnung, wie dieses Backlinkzeug funktioniert) und zwar auf meiner Internetseite http://www.attachment-parenting.de unter Erfahrungsberichte & Blogs.
    Ich lese übrigens gerne deine Berichte – auch wenn meine eigenen Kinder inzwischen groß sind. 😉 Du schreibst so herrlich erfrischend über diese Babyzeit….

    Liebe Grüße,
    Bianka

    • ECObabe Februar 13, 2012 um 16:59 #

      Ui, das ist toll. Ich werd‘ dann morgen nochmal offiziös auf Deine tolle, neue Seite hinweisen 😉

  3. anna April 4, 2012 um 16:02 #

    hi! leider kann ich keine kontaktdaten zu dir finden. du kannst ja meine mailadresse sehen, oder? schreib mir doch bitte mal. lieben dank!!! anna

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