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Windelfrei. Als Extremsport.

11 Sep

Wir haben es geschafft, unser Familienexperiment: 30 Tage windelfrei!

Hääää??? fragt Ihr Euch jetzt (rhetorisch sophisticated, wie ich Euch einschätze), Ihr wart doch schon die ganze Zeit windelbefreit????? Stimmt, wenn das Wort im Sinne des wunderbaren, englischen „elimination communication“ intepretiert wird – sprich bedeutet, dass wir auf die „Muss mal“-Signale des Schnurps achten & reagieren, indem wir ihm die Möglichkeit geben, sich woanders hin als in die Windel zu erleichtern, oder aber diese danach sofort wechseln.

Ich aber meine es im Wortsinne – absolut keine einzige getragene Windel, nada/niente Windel – nicht als Back-up, nicht nachts, nicht bei Freunden, nicht im Tragetuch, einfach: NICHT. Ich wollte unbedingt wissen, ob das geht, wenn ja, wie es geht und ob’s was bringt.

Und hier das Ergebnis dieses ULTRA-SPANNENDEN Experiments.

1.Es geht. Aber es bedarf einer durchdachten Anpassung an die Verhältnisse, die es uns in diesem Fall einfach gemacht haben:

  •  Es war Sommer. Das heißt, der Schnurps brauchte zuhause garkeine Hosen, und unterwegs nur sehr leichte. Er konnte draußen in der Wiese sitzen (denn er läst sich immer noch nicht „fliegend“ abhalten) und pieseln oda kacken.
  • Der Schnurps war schon vor dem Experiemnt windelfrei. Das heißt, ich kannte seine Signale und war insgesamt gestählt gegen Pannen, Aussetzer, Kommentare etc.
  • Der Schnurps kann sitzen. Er sitzt auf seinem HoppPopp, er sitzt im Gras, er sitzt auf der Unterlage. Das hilft enorm.Uns zumindest. Aber er krabbelt noch nicht. Auch das hilft, könnte ich mir vorstellen.

Warum haben wir das Ganze gemacht? Ich hab’s hier schon mal erläutert, warum ich windelfrei über die Kommunikation hinaus so wichtig finde. Und ich teile hiermit mit: Das Kind ist monsterglücklich damit. Noch glücklicher als mit nicht-nassen Windeln. Ich kann das nackig-sein einfach nicht hoch genug loben.

Es führt zwar dazu, dass er jetzt immer weniger Bock auf Hosen hat (was mich an dieses umwerfende Interview mit jener Mutter erinnert, die ihr Kind nackig durch Berlin geradelt hat. Großes Kino. Tausendmal Danke an den windelfrei.blog dafür!!!!), dafür aber einfach rundum strampelig, beweglich, körpererforschend und was dergleichen positiv Ergonomisches ist.

Wir werden dabei bleiben, solange es nur irgend geht (und über die Herbst- und WinterHerausforderungen posten).

Und so hats praktisch ausgeschaut (zumindest bei uns) & das brauchten wir dafür:

Zutatenliste für den glücklichen Blankpo: HoppPopp, Julius Zöllner Matratzenauflage, gemüüüüütliche Hosen mit schnellem Runterzieheffekt, schmale Einlagen gegen eingeklemmte Schniedel, etwa 30 mittig verstärkte Baumwollwindeln.

1.Schnurps war eigentlich untenrum nur noch nackich bzw. hatte Hosen an (vor allem garkeine Bodies mehr), die schnell auszuziehen sind. Natürlich geht mal was daneben…das muss man einkalkulieren. Bei uns etwa ein- bis zweimal am Tag, d.h dreimal am Tag Klamotten wechseln. Es muss warm in der Wohnung sein und öfter mal gesaugt werden (vor allem, wenn, wie bei uns, ein haariger Hund übers Parkett robbt).

2.Wir sind auf komplett weiße Bettwäsche umgestiegen.

Weiße Welt. Mit winzigem Farbkleks.

Und haben ein für alle Mal beschlossen, dass Babypinkel uns egal ist. Trocknet eh gleich wieder ohne Flecken, riecht nicht – also, was solls? Waschen öfter (ca. 2Mal die Woche) bei 60-90 Grad (deshalb die weiße Bettwäsche) und gut ist. So kommen wir super über die Nächte, mit zweimal aufn HopPopp nachm Stillen oder beim Vom-Müssen-Aufwachen. Alles in weiß ist auch leichter, untereinander zu kombinieren (dieses Prinzip schaut, by the way, auch schön mit Trödelgeschirr aus, alles in weiß, aber verschiedene Designs) und SEHR viel leichter, als Bio-Baumwolle zu bekommen.

3.Im Tagetuch pinkelt Schnurps sehr selten ohne Ankündigung (Pooen nie, schurzen gaaaaanz selten). Wahrscheinlich die angeborenen Abneigung, das Nest zu beschmutzen. Wenn doch, werden ich oder das Vatatier eben nass. Trocknet wieder. Wir nehmen einfach ein extra T-Shirt oder Hemd mit, bzw. einen breiten Schal, der alles kaschiert, wenn das Tragetuch runterkommt. Unglücke passieren etwa zweimal die Woche bei etwa zweimal mit Tragetuch rausgehen jeden Tag. Allerdings: Es braucht eine schmale Einlage, weil der Schnurps sich sonst den Schniedel abklemmt, durch sich in den Schritt ziehende Hosen.

4.Zu Freunden haben wir a) Das Kanu, b) Die Insel und c) den HoppPopp mitgenommen. Ersteres ist die Babytragetasche ausm nie benutzten Kinderwagen, ausgelegt mit einem Matratzenschoner von Julius Zöllner (Achtung:Nicht zum Schlafen benutzen – die Haut schwitzt fürchterlich und kann nicht atmen!) und Baumwollwindeln drüber, ob der Saugfähigkeit. Die konnten dann beim Malheur einfach ausgetauscht werden, während er glücklich drin saß. Zweiteres besteht aus Yogamatte, ebenfalls Julius Zöllner Tuch und Babydecke drüber und wird zum Spielen auf den Boden gelegt.

Das Kanu.

5. Um die Sache so richtig zu geniessen, haben wir uns auch viel öfter nackig gemacht (jede Ausrede ist gut genug…) und haben einfach auf dem Bett rumgealbert. DAS tut „der Mensch“ (dieses geheimnisvolle Statistikwesen) sowieso viel zu selten. Und auch das liiiiiiiiebt der Schnurps. Wie wild.

Nicht jeder hat den zeitlichen Luxus, die Lust oder die Überzeugung, dieses Experiment nachzumachen. Und wahrscheinlich wirds auch nach einem gewissen Alter aus praktischen Gründen immer schwieriger. Aber wenn Ihr windelfrei seid, probiert es doch mal ein Wochenende lang, und schaut was passiert.

Cafébesuch II: Nicht nackig, trotzdem lustig.

23 Aug

Nachdem Schnurps nun sitzen kann, hat das Geschehen oberhalb der Tischkante eine völlig neue Bedeutung angenommen. Immer bemüht, die Welt aus WinzlingAugen zu sehen, scheint es mir, dass die vielen dort herumstehenden Behälter für ihn eine Quelle endloser, oraler und visueller Neugierde sind – wie es für uns das Erkunden einer neuen Stadt wäre.

Als also das Stillen und Möpse wieder eintüten (siehe Teil I) wieder erledigt waren, habe ich mir die herumliegenden Servietten geschnapptund sie zu geheimsnissvollen Mönchsgnomen up-gecycelt – einfach Finger anfeuchten, und bißchen origamimäßig abgehen…

Die entstandenen Wesen sind dann (dank Vatatiers magischen Marionettenhänden) zwischen den Gläsern, Pfeffermühlen, Tellerändern rumgefleucht, haben sich versteckt und wieder vorgelugt, Löffel angeschleppt, Möhrenstückchen hergekugelt, unschuldige Koalas gejagt (mein kleiner Talisman) und, und, und… Schnurps fands toll, und ich konnte in aller Ruhe mit einer Hand meinen Muckefucklama austrinken, während die andere ihn stabilisert hat. Grosses Kino. Try it out!

Nackig & seeeehr lustig!!!!

19 Aug

Was macht es aus, das ECObabe? Seine Nachhaltigkeit!

Re-Using, Re-Cycling, Up-Cycling. Und die Nutzung von sich selbst regenerierenden Ressourcen. Ihr wißt schon: Liebe ist das Einzige, was wächst, in dem wir es verschwenden (zartes Violinengejaule im Hintegrund).

Meine neue Leidenschaft: Spiele finden und erfinden, die

  1. (So gut wie) Nix kosten
  2. (So gut wie) Ohne Spielzeug auskommen
  3. Allen Spaß machen

Wenn erprobt & für gut begluckst, werden diese als Inspirationsquelle in der Kategorie: Nackig&Lustig zu finden sein. Denn die essenzielle Zutat im Falle von Schnurps, 5 Monate alt, ist natürlich: Seine hochverehrte Nackeligkeit. Und meine. Die vom Vatatier. Und jedem anderen, der es nicht bei 3 ausm windelfreien Dunstkreis schafft.

Denn, Tatsache ist: Der Attachment Parenting Winzling hat einen völlig anderen Verlustigungssanspruch. Auf der Webseite von Dr. Sears, dem Namensgeber dieses Konzeptes, findet sich ein interessanter Artikel, der sich u.a. mit der Einzigartigkeit der kognitiven Entwicklung von AP-Kindern beschäftigt. (Und wer dann noch mag, findet hier weiteres Interessantes zum Thema).

Allerdings bedeutet die resultierende außerordentliche Neugier, langanhaltende Wachheit, hohe  Konzentrationsfähigkeit, konstante Anwesenheit und Bereitschaft zur emotionalen Kommunikation eben auch, dass der Schnurps viel und „Interessantes“ spielen möchte. Denn seine wuseligen, sich ständig vernetzenden Hirnzellen wollen beschäftigt sein, seine Sinne er-Leben und sein irrwitzigen Sinn für Humor gekitzelt werden. (Und ja, diese Beschreibung spiegelt mein Erleben seines Seins, und keine AP-Theorie wieder.)

Der Schnurps liegt selten einfach nur so da, wenn er wach ist. Natürlich geben wir ihm die Zeit, zu sinnieren, seine Zehen zu belutschen, ins Leere zu starren, Hund & Wolken zu beobachten und was der kontemplativen Dinge mehr sind. Meist aber will er spielen. Und das, seit er etwa zwei Monate alt ist. Er guckt mich dann mit riesigen, hellwachen Augen und (seit dem vierten Monat) mit einem erwartungsvollen Grinsen an und will loslegen. Was ja nicht so einfach ist, in Anbetracht des Gerade-Sitzen-aber-noch-nicht-Krabbeln könnens.

Die Lustich&Nackich Spiele sind genau für diese Phase entstanden und beglücken uns alle ständig aus Neue. ENJOY!!!

Der Esel Benjamin (mein allerallerallerallerliebstes Kinderbuch als Winzling)

Ich oder Vatatier machen unseren Oberkörper nackich (Schnurps ist es ja sowieso schon) und gehen in den Vierfüßlerstand. Der jeweils Andere sagt zum Schnurps: „Sollen wir mit dem Esel Benjamin reiten?“. Dazu gibts vom Vierfüßlichen laute Eselstöne, was Schnurps zum neugierigen Rüberlinsen veranlasst. Dann wird er hochgehoben und – je nach Alter – auf dem Bauch oder sitzend auf den Rücken des „Esels“ gepflanzt, und zwar genau in die Mitte des leicht nach innen gewölbten Rückens. !!!!!!!!!! Super für länger in der Bauchlage bleiben!!!!! Natürlich halten wir Schnurps dabei fest, aber nicht so, dass er sich nicht selbst noch „ausschwingen“ könnte. Dann gehts auf dem Esel durch die Wohnung, begleitet von IA-Geschnaube – mal langsamer, mal schneller, mal mit ein bißchen Buckeln, mal mit den Hund besuchen…. Schnurps LIEBT diese Ausritte; er kann das locker 20 Minuten lang machen. Am Ende wird er heruntergehoben und vor den „Esel“ gelegt, der ihm noch ein paar liebevolle Stupse gibt.