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Sackgriffe & Kompostfutter

15 Aug

Heute habe ich mal darüber nachgedacht, warum ich persönlich eigentlich soviel von Windelfreiheit halte.  (Da es eine nettere und einfachere Einleitung in die Thematik als die im WindelfreiBlog eigentlich nicht gibt, erspare ich sie mir hier und verweise mit Respekt und Applaus 😉

Zur Erläuterung: Wir leben so gut wie komplett windelfrei, obwohl das mit dem Abhalten jetzt mit 5 Monaten eher mässig klappt. Seltsames Phänomen: Der Schnurps sagt deutlichst Bescheid, hat dann aber keinen Bock beim Abhalten (hält also tatsächlich ein) und macht erst, sobald er wieder Sitzliegt… wir haben alles probiert, jede Haltung, jeden Untergrund (Waschbecken, Töpfchen, Draußen…) aber nix. Oder nur seeehr selten, bei aller Ermunterung etc.

Also gibts beim Spielen und Schlafen eine dicke Unterlage aus oben drauf austauschbaren Stoffwindeln im Riesenformat und untendrunter eine waschbare, mit Baumwolle bezogene Inkontinenzunterlage. Aber wir haben den wunderschönen Donut und ich bin guter Hoffnung, dass es mit dem Jetzt-Sitzen-Können auch bald mit dem Abhalten besser klappt.

Also, ich habe der Windelfreiheit ein paar Dinge abgewonnen, die über Obiges noch hinausgehen und auch einige spezifisch ökologische Aspekte bergen.

1. Seit etwa drei Wochen hat Schnurps seinen (natürlich exzeptionell schönen) Schniedel entdeckt. Und er LIEBT ihn. Gibt für ihn nix lustigeres, als abwechselnd daran herumzukneten und sich die Zehen in den Mund zu stecken. Und zu quietschen. Ob das bei Mädchen auch so ist? Keene Ahnung, wäre aber extrem interessant zu wissen.  Ich kann mir garnicht vorstellen, wie es wohl für kleine Foddels sein muss, an dieses Stück Körper nicht heran zu können, wann sie mögen. Freud hin oder her – mir kommts vor, als sei das die beste Versicherung, dass er zu seinem Körper in dessen Ganzheit ein ungestörtes, lustvolles Verhältnis entwickelt.

2. Die Beweglichkeit, die sich ohne Windeln einstellt, ist einfach unglaublich. Wenn ich seine Motorik mit der Gleichaltriger vergleiche, ist er im Becken / Hüften / Beinbereich einfach um ein vielfaches dynamischer, experimenteller und elastischer (ich vermeide hier das unschöne Wort „weiter“ bewusst). Ich wüsste gern, ob es Untersuchungen zur Art der ergonomischen Einschränkungen gibt, die mit Windeln einher gehen. Und das Traurige ist ja, dass diese bei Stoffwindeln noch gravierender sind, da diese durch die Faltung einfach voluminöser und weniger flexibel sind (wir haben auch welche für den Notfall, ich weiß, wovon ich rede).

3. Jetzt wirds ein bißchen esoterisch. Bei uns kommen die festeren Ausscheidungen vom Schnurps auf den Kompost. Ist mein erster Schritt zum angestrebten Kompostklo, das in nicht allzu ferner Zukunft Realität werden wird. Das meine ich halt mit ECObabe – die Einkehr in einen natürlichen Kreislauf. Finde ich schön.

4. Es ist ja eh so schwer, die ganze Zeit Entscheidungen für den Schnurps „mit“ zu treffen, deren Konsequenzen er dann später ganz allein tragen muss. Und ich will einfach nicht, dass er irgendwann das Gefühl hat, mit seinem Windelmüllnoch mehr CO2 hochgeblasen zu haben, als sein muss. (Abgesehen mal von der Tatsache, dass das vermeiden werden sollte, egal, was er darüber denken wird).