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Me, Myself & I Mittwoch #1: Die Dusche

14 Sep

Willkommen zum ersten Me, Myself & I Mittwoch.

Es ist 04:18 Uhr, meine Blogigkeit schneidersitzt auf’m Futon, neben mir schnarchschnuppeln Schnurps & Vatatier & Floddernase (the dog) und ich nutze die Nacht (wie immer) zum Schreiben. Deshalb kommt dieser Beitrag auch wirklich von Herzen (oder eher: vom durch Schlafentzug umwölkten Hirn), wie Ihr gleich sehen werdet.

Aber vorab ein paar philosophische Brocken.  Habe in den letzten Tagen viel über Feminismus&Mutterschaft gelesen (morgen gibt’s mehr dazu), und mich anlässlich dessen gefragt, woher trotz Philosophiestudium & Generellem Hang zum MetaRumSinnieren mein eigener Anspruch an diesen Blog ein Praktischer ist. Ich glaube, das Schurps kriegen hat mich neben vierundachtzigtausendmilliarden anderer Dinge auch einen, ich nenne das jetzt mal so:  Spirituellen Pragmatismus gelehrt. Ich will, das was passiert. Das schmälert in meinen Augen nicht die Verdienste all jener, die die Theorie voran bringen. Aber hier, an dieser Stelle, möchte  ich die Unmittelbarkeit des Bloggens nutzen, um über den All-Tag zu schreiben, diesen immer wieder kehrenden, aber auch so wahnsinnig vergänglich/unwiderbringlichen Raum, der uns zur Verfügung steht, um die Schnurpse zu glücklichen & verantwortungsvollen Menschenwesen werden zu lassen. Nee, iss klar, oda?

Soooo, und along these lines noch was zum Thema Selbstliebe. Deshalb gibt’s nämlich diese Me, Myself & I -Nummer. Ich bin in einer Familie mit einem sich selbst entsagenden Vater und einer bis zum Egozentrismus ihre Ideen verwirklichenden Mutter aufgewachsen. (Die mich beide sehr geliebt haben, und deren Einsatz ich erst jetzt richtig zu schätzen weiß, wo Schnurps da ist. Leider betrachten sie uns jetzt nur noch von einer Wolke, die Seele baumeln lassend.) Wirkliche, ausgeglichene SelbstLiebe ist mir nie vorgelebt worden. In Folge dessen – und wieder ein Beispiels für die immense Wichtigkeit des VORLEBENS – hat es lange gedauert (und ist längst noch nicht vervollkommnet), bis ich die Notwendigkeit dieses Gefühl nicht nur für mich, sondern auch für jede meiner Beziehungen begriffen habe. Und jetzt, wo der Schnurps da ist, bekommt dieses Thema nochmal eine völlig neue Dimension.  Selbstliebe ist MutterPflicht.

Wir müssen Räume schaffen, in denen wir Kraft tanken, uns erinnern, wer wir sind, wo unsere Stärken liegen, wie es unseren Schwächen geht, wo wir hinwollen und ob wir noch auf dem richtigen Weg sind. Deshalb sind Auszeiten so wichtig. Deshalb müssen wir diese einfordern. Auch wenn es schmerzt, diese Zeit den Schnurpsen „abzuziehen“, auch wenn wir gegen das Gefühl illegitimen Egoismusses ankämpfen, auch wenn es manchmal ein kleiner Kampf mit denen ist, die einspringen müssen. Mit Me, Myself & I geht es mir quasi um das formelle Schaffen solcher TimeOutOasen. Denn nur regenerative & regenerierte Energie ist wahrhaft nachhaltig – das gilt auch für uns selbst.

Apropos regenerative Energien:  SCHON ZU ÖKOSTROM GEWECHSELT????? Geht sooooo leicht und gleich hier.

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So sei es denn:

Me, Myself & I #1 – Die Dusche und das WiederAuferstehungsDuschpeeling

Solltet Ihr dies lesen, während Ihr noch schwanger seid, dann bitte, bitte, bitte nehmt Euch Folgendes vor: Heute abend setzt Ihr Euren Partner hin und sagt, Du, Häseken, wir machen jetzt einen Vertrag. Was auch immer passiert, an jedem neuen Morgen übernimmst Du den kommenden Winzling für 20 Minuten, damit ich duschen kann. Unterschreibt. Pinnt das Pamphlet an den Kühlschrank. Lasst nicht zu, dass es von niedlichen Babyfotos überdeckt wird.

Ja, ich weiß, jetzt lächelt Ihr noch milde. Und denkt: Mal paar Minuten Zeit zum Duschen finden, das wird ja wohl nicht so schwer sein. Oder: Arme Wurst, schlaue Blogs schreiben kannse, aber Timemanagement iss wohl nich ihr Ding. Das Lachen wird Euch vergehen, wenn Ihr milchbesudelt (jawohl, trotz Einlage), spuckeverziert, pinkelbesprüht & ungekämmt nachmittags um drei noch immer ungeduscht aufm Spielteppich Schnurpse bespaßt und zwischenheimlich sehnsuchtsvoll das soeben auf dem Flohmarkt (ich kaufe nix Neues) erschnappte, frisch gewaschene, nach Citronella duftende Tunikakleid anschmachtet, dass am Kleiderschrank hängend auf die Umhüllung eines wohlduftenden Körpers wartet.

NichtsAufDerWelt kann Euch nach einer durchwachten, durchzahnten, durchweinten, herzgebrochenen Nacht wieder so ins erwachsene Leben zurückholen wie eine Dusche. Sie gibt Euch das Gefühl zurück, on top of things zu sein, diese Essenz des pragmatischen Mutterseins überhaupt.

Glaubt es mir einfach. Zur Belohnung gibt’s mein HurraIchLebeNoch-MiracleShowerPeeling-Rezept. Iss allerdings nix für ganz sensible Haut, glaub‘ ich. Und schön alles Bio kaufen, klar?

WunderWachWeltWiederWahrnehm-Duschpeeling

5 TL Meersalz & 5 TL braunen Rohrzucker in den Mörser (oder in eine stabile Schüssel)

Natives Olivenöl drüber gießen (sollte nicht an der Oberfläche schwimmen, also behutsam portionieren)

1/4 Teelöffel Limonensaft (ruhig aus der Flasche, ich mag den von Voelkel am liebsten) & 1 Teelöffel grünen Tee (am Abend vorher aufkochen, und nach Abkühlung in den Kühlschrank – den kühlen Rest nachm Duschen als Gesichtswasser verwenden, besonders erfrischend aus der Sprühflasche) rein

Mit Schneebesen aufschlagen

Unter der Dusche alles mit Händen oder Rubbelhandschuh (SEHR verstärkte Wirkung) mit kreisenden Bewegungen einmassieren – Achtung: im Dekolleté nur einklopfen!

Gut abduschen

Dann,  Geheimtipp: NICHT abtrocknen, sondern rein in den Morgenmantel und am Körper trocknen lassen. Das verbliebene Olivenöl macht seidenweiche Haut.

Et voilá: PhöNixinnen aus der Dusche, Ready for another Day.

Und immer schön: Wasser beim Einmassieren abstellen. Muss nicht durchlaufen. Und wer noch putzt am selben Tag – einfach Eimer mit in die Dusche stellen, und Wasser abfangen, das sonst verloren geht, gell?! Für Eigenheimler:  Es gibt die Möglichkeit, Duschwasser für die Toilettenspülung abzuleiten. Mal schlau machen!

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IchHabMichLieb – Dinge / Teil 1

4 Aug

Auf dem von mir immens bewunderten und massich-von-gelernt-habenden Windelfrei Blog gab’s neulich eine Umfrage mit der so berechtigten wie gefürchteten Frage „Und was tust Du für Dich?“.

Instinktive Antwort, selbstverständlich:  SCHLAAAAAAAFEN.

Nee, mal im Ernst. (Das ist unser göttinverdammicher Ernst!!!!! Weiß ich doch. Aber stellen wir uns mal ein ideales Parallelmutteruniversum vor. ) Diese Frage hat mich schon umgetrieben, als ich noch schwanger war, weil das MichSelbstLiebhaben eh‘ so eine faszinierend unterentwickelte weibliche Disziplin ist. Und ich habe seitdem wunderbare Me, Myself & I – Dinge gesammelt. Dazu gibt’s in nicht zu ferner Zukunft ein schööööönes eBook.

In the meantime meine Antworten auf in oben belobigtem Blog gestellte Frage (andere Inspirationen von ebenda gibt’s hier). Wobei natürlich auffällt, dass der Schnurps dabei fast immer anwesend ist. Siehe dazu meinen Blogbeitrag von gestern (Schluck.)

1. Baden – erst mit dem Schnurps, gemeinsam rumplantschen, bei Kerzenschein & Musik, dann Seine Winzigkeit vom Vater am Badewannenrand abholen lassen, heisses Wasser drauf, Badesalz rein und noch ’ne Viertelstunde lesen. Im Moment gerade das großartige „The Help“ von Kathryn Stockett.
2. Den Sonnengruß am Morgen. Schnurps auf das Ende der Yogamatte packen (natürlich mit Decke drunter) und 12 Mal so richtig durchstrecken. Findet er ultralustig, und mein Kreislauf ist direkt oben (seits keinen Kaffee mehr gibt, noch wichtiger). Anleitung hier:
3. Jeden Tag einen Vortrag bei TED.com anschauen. Hält mein Hirn auf Trab, ohne dass ich lange lesen muss, wenns halt gerade nicht geht. One of my faves ist dieser Vortrag von Elizabeth Gilbert über Kreativität.
4. Auf den Markt gehen und so richtig leckere, frische Sachen kaufen, während Vata&Sohn im Cafe auf mich warten.
5. Wir nennen es das FußendeNirvana – wenn er eingeschlafen ist, der kleine Co-Sleeper, legen wir uns quer zu ihm ans Fußende und schmusen. Manchmal auch mehr, wies halt so kommt, grins. Da sind wir bei ihm, aber irgendwie auch unter uns…

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