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Coming to Peace

8 Sep

Noch was, was Dir keiner Sagt: Nach’m Werfen ist das mit der Meditation so eine Sache. Um genauer zu sein,  so eine nicht mehr stattfindende Sache. Klar, es geht, während der Schnurps schläft. Aber ich habe festgestellt, dass mir eine völlige Versenkung nicht mehr gelingt, solange nicht das Vatatier da ist, und ich innerlich „loslassen“ kann.

Das ist insofern von himmerschreiender Paradoxie, als ich noch nie mehr als jetzt von der Ruhe gebrauchen könnte, die meditative Versenkung schenkt. Aber, wie es mein mir wohlgesonnenes morphogenetisches Feld so wollte, lag beim Vatatier (seines Zeichens angehender Psychotherapeut mit buddhistischer Ausrichtung) das wunderbare „Körper und Geist in Harmonie: Die Heilkraft buddhistischer Psychologie“ von Thich Nhat Hanh , den ich sehr mag, ohne selbst Buddhistin zu sein.

Und während ich da so blättere, weil ich eh gerade in heftigem Nachdenken über das Prinzip der Achtsamkeit beim Schnurps-Umgang begriffen bin (dazu ein andermal mehr),  strahlt mir die Überschrift „Gehen wie ein Buddha“ entgegen. Gehmeditation! Das ich da nicht selbst drauf gekommen bin!!!!!! Für jeden, der’s nicht kennt, findet sich unter obigem Link eine erste Inspiration.

Ich also Schnurps ins Tragetuch gepackt und ann Fluss gefahren.  Und dort Geh-meditiert. Was soll ich sagen.  Es war schlicht&sehr ergreifend wunderwunderwunderschön. Der Schnurps hing ganz entspannt und selig schlummernd an mir rum, mein warmes, kleines Bündel Glück, das eh‘ schon so hell in mein Herz strahlt, und von dessen friedlich atmender, völlig eins mit sich seiender, von jedem „Ego“ unberührter Seele ich lächelnd „ausgehen“ konnte, ohne mich körperlich zu entfernen. Perfektion.

Ich habe mir dann gleich Folgendes etwas reißerisch daher kommende Pamphlet vom sonst oft schrecklichen Goldmann-Verlag besorgt:

Bei Amazon könnt Ihr ins Buch reinluken. Und tatsächlich – es ist wirklich schön gemacht. Leider inklusiv einer ewig nicht verrottenden CD. Wenigstens FSC-zertifiziert isses. Fleissig weiterverleihen, gell ?!

Und bestellen natürlich bitte beim kleinen Buchhändler des Vertrauens.

Probiert es einfach mal. Es schenkt Kraft und Zuversicht, erdet und macht glücklich.

Wirklich.

Und noch eine Winzübung von Thich Nhat Hanh, wenn mal wieder der linke Fuß des Schnurps und die feuchte Hundenase im auf dem Bett verstreuten PooPoo hängen, das klingelnde Handy außer Reichweite liegt, und Du weißt, es ist die Telekom, die DU seit Stunden zu erreichen versuchst und die dir sagen will, wie du dein vermaledeites Internet wieder zum funktionieren bringst  (um 3 Minuten vor oh-die-technik-ist-jetzt-schon-nach-hause-gegangen), die Waschmasch in bodenbedeckenden Schaumbergen versinkt, weil Deine Stilldemenz dich hat zweimal Waschmittel einfüllen lassen…(ja,ja,und nochmals ja, all dies ist mir HEUTE passiert – nix poetische Übersteigerung):

Bei der Übung »Während ich einatme, lächle ich« fragt ihr euch vielleicht: Warum sollte ich lächeln, wenn doch keine Freude in mir ist? Die Antwort ist: Lächeln ist eine Übung. In unserem Gesicht gibt es mehr als dreihundert Muskeln. Wenn ihr wütend oder ängstlich seid, spannen sich diese Muskeln an. Die Anspannung dieser Muskeln ruft ein Gefühl von Ernst und Starrheit hervor. Wenn ihr aber wisst, wie ihr einatmet, und dabei ein Lächeln hervorbringt, werdet ihr diese Verkrampfungen auflösen können – dies ist die Übung, die ich »Mund-Yoga« nenne. Macht Lächeln zu einer Übung. Atmet ein und lächelt einfach – die Anspannung wird verschwinden, und ihr werdet euch wesentlich besser fühlen.
Es gibt sicher Momente, da ein Gefühl der Freude euch spontan zum Lächeln bringt. Vielleicht kennt ihr aber auch Momente, da ein Lächeln, das ihr bewusst hervorbringt, innere Entspannung, Ruhe, und Freude zur Folge hat. Ich warte jedenfalls nicht ab, bis ein Gefühl von Freude in mir ein Lächeln hervorruft; Freude mag später kommen. Manchmal, wenn ich nachts allein in meinem Zimmer bin, lächle ich mir selbst zu. Ich tue dies in der Absicht, mir selbst freundliche Zuneigung zu schenken, gut für mich selbst zu sorgen, mich selbst zu lieben. Ich weiß, dass ich nicht wirklich fähig bin, für jemand anderen zu sorgen, wenn ich nicht fähig bin, für mich selbst zu sorgen.
Uns selbst Mitgefühl zu schenken ist eine sehr wichtige Übung. Wenn wir müde, wütend oder verzweifelt sind, sollten wir wissen, wie wir zu uns selbst zurückfinden und wie wir sorgsam mit unserer Müdigkeit, unserer Wut und Verzweiflung umgehen können. Das ist der Grund, warum wir Lächeln, achtsames Gehen, Atmen und Essen üben. – Aus dem Buch: Frei sein, wo immer Du bist.

Enjoy!!!

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